Vom Schleppen und Befreien: meine Fototaschen für Reisen, Rad und Wanderung
Fototaschen für Reisen, Radtouren und Wanderungen – von Billingham bis Lowepro.
Ich glaube, es gibt so eine Art MacGyver-Gen, das uns Männer dazu bringt, das Haus nicht ohne Überlebensausrüstung zu verlassen. Es führt dazu, dass wir unsere Taschen mit jeder Menge Kram vollpacken – in der Hoffnung oder Befürchtung, ihn irgendwann genau jetzt gebrauchen zu müssen.
Ähnliche Instinkte bringen uns wohl dazu, immer mehr Fotoequipment anzuschaffen und es auch auf Fotoausflüge mitzuschleppen. Das eine hängt mit dem anderen zusammen: Je mehr Fotozeug da ist, desto mehr meint man, es aus innerer Rechtfertigung auch mitnehmen zu müssen. Und umso schwieriger wird die Auswahl der passenden Tasche.
Das geht so lange, bis man die Fotografie nur noch als Ballast empfindet und sich irgendwann mit einer Kamera mit Festbrennweite, etwa der Fuji X100, radikal befreit.
Habe ich „man“ gesagt? Eigentlich rede ich von mir. Vielleicht geht es anderen ja auch so. Zeit für eine Bestandsaufnahme meiner Kamerataschen und Fotorucksäcke von Billingham, Compagnon, Peak Design und Lowepro – sortiert danach, wohin ich sie mitnehme: auf Reisen, aufs Rad und auf Wanderungen.

Welche Tasche wofür
| Einsatz | Tasche | Was passt hinein | Mein Urteil |
|---|---|---|---|
| Reisen und Stadt | Billingham Hadley Small Pro | Leica M und Nikon FM oder ein Gehäuse mit zwei Objektiven | meine Lieblingstasche |
| Leica M | Billingham for Leica | Leica M und zwei Objektive, im Frontfach ein großes Brillenetui | nach 25 Jahren wie neu |
| Radtouren | Compagnon Little Messenger im Ortlieb Office Bag oder in der Brompton-Rolltop-Tasche | Fuji X-T5 mit 16–55 mm f/2.8 und X-E4 mit 35 mm f/1.4 | Leder, schneller Zugriff im Stehen |
| Rennrad | Peak Design Everyday Sling 3L | Fuji X-E4 mit 23 mm f/2 und 35 mm f/1.4 | leicht, Gurt lässt sich kurz stellen |
| Wandern | Lowepro Flipside Trek BP 350 AW | X-T5 mit 16–55 mm, zwei Objektive und Kleinkram; mit offener Trennwand auch das XF 150–600 mm | bester Tragekomfort, auch über 20 km |
| Wandern mit leichtem Gepäck | Fjällräven-Wanderrucksack | eine Kamera, ein Objektiv | Kamera bleibt draußen und griffbereit |
| Events und Mittelformat | Compagnon Medium Messenger | Hasselblad 500C/M mit Rückteil, Objektiv und Belichtungsmesser oder Pentacon Six mit Objektiven | schwer, eher für On-Location |
| Aussortiert | Compagnon Backpack, Jack Wolfskin ACS Photopak 24, Kata 3N1-30 | – | aus unterschiedlichen Gründen, siehe unten |
Auf Reisen: Billingham Hadley Small Pro, die kleine Kameratasche
Früher habe ich auf Reisen mein ganzes Fotoequipment mitgenommen. Das mache ich nicht mehr: Ich habe so viel Fotografie im Alltag, dass ich mich auf Reisen nicht austoben muss. Das befreit mich von Ballast.
Eigentlich wollte ich diesen Artikel nur über meine absolute Lieblingstasche für Reisen schreiben: die Billingham Hadley Small Pro.
Sie hat nämlich etwas, das mir besonders gut gefällt: Sie ist klein genug, um gar nicht erst zu voll werden zu können. Bei Calumet hatte ich meine Ausrüstung dabei und habe probegepackt: Mit Equipment wurde die größere Hadley Pro einfach zu schwer. Zwei kompakte Kameras von Fuji oder Leica passen hinein – oder ein Gehäuse mit zwei zusätzlichen Objektiven. Auf allen Reisen der letzten zwei Jahre hatte ich sie dabei, ob im Glatzer Bergland, in den Inselbeskiden, in Hinterpommern oder auf Hiddensee: mit der Leica M und einer analogen Spiegelreflexkamera, zuletzt der Nikon FM. Sie ist hervorragend gepolstert und absolut allwettertauglich.
Billingham for Leica: 25 Jahre mit der M6
Daneben besitze ich noch eine kleinere Billingham for Leica, die mittlerweile stolze 25 Jahre alt ist. Ihr Alter sieht man ihr dank der Verarbeitungsqualität überhaupt nicht an. Für mich ist sie die perfekte Tasche für eine Leica M plus zwei Objektive. Die Fronttasche ist riesig; selbst ein großes Brillenetui passt locker hinein. Das ist mir wichtig, denn mit Brillenetuis habe ich in meinen anderen Taschen immer Probleme – und leider brauche ich ein normales Etui für meine optische Zweitbrille. Das Vergnügen, nur eine stylische Super-Slim-Sonnenbrille einzustecken, habe ich nicht. Die Leica-Billingham war der ständige Begleiter meiner Leica M6, als ich noch mit mehreren Objektiven unterwegs war. Mittlerweile versuche ich, mich zu reduzieren, und nehme bei der Leica meist nur noch das 35er mit.
Compagnon Little Messenger: mehr Platz, aber nicht für die Reise
Der Compagnon Little Messenger hat ungefähr dieselben Außenmaße wie die Hadley Small Pro, bietet innen aber mehr Platz und ist aus wunderschönem Leder gefertigt; ich hatte ihn noch vor der Hadley angeschafft. Vor allem ist er leichter zugänglich: Er ist tiefer und steht sicherer als die Hadley, die am besten als reine Umhängetasche funktioniert.
Stehend kann man beim Little Messenger einfach den weichen Deckel umschlagen und hat freien Zugriff auf das Innere. Die Fronttasche ist geräumig, direkt dahinter sitzt noch eine kleine Reißverschlusstasche. Meine Fuji X-T5 mit dem dicken 16–55 mm f/2.8 der ersten Version und die X-E4 mit dem 35 mm f/1.4 passen gerade noch nebeneinander, die Tasche ist dann aber schon ziemlich schwer.
Vergleich: Compagnon Little Messenger und Billingham Hadley Small Pro
Warum habe ich mir die Hadley angeschafft, wenn ich doch den schönen Messenger habe?
- Im Vergleich mit dem Compagnon trägt sich die Hadley besser. Die Tragegurte der Billingham sind einfach legendär, speziell mit dem breiten Pad wird die Auflagefläche noch mal gedämpft. Stundenlanges Tragen macht mir da nicht so viel aus.
- Die Hadley ist besser gepolstert, speziell nach oben: Die Billingham-Taschen haben immer noch eine dicke Zusatzlasche, die auf dem Equipment liegt.
- Die Hadley ist aus imprägniertem Stoff und besser gegen Regen abgedichtet.
- Die Hadley ist robuster. Das Leder des Messengers ist weich und dünn und rubbelt sich bei längerer Benutzung auch etwas an den Kanten ab. Das kann der Hadley nicht passieren.
- Die Verschlüsse von Billingham sind etwas gewöhnungsbedürftig und nicht so leicht zu öffnen wie beim Compagnon. Das macht sie für mich etwas sicherer.
Das alles macht die Hadley für mich zur idealen Tasche auf Reisen.
Auf dem Rad: Compagnon Little Messenger im Ortlieb Office Bag und am Brompton
Auf dem Rad ist das etwas anderes. Wenn ich Radtouren im Havelland mache, fotografiere ich in der Regel auch für mein Havelland-Projekt. Das Havelland hat Landschaften fürs Weitwinkel und wilde Vögel, die ein Tele verlangen. Für solche Touren radle ich dann mit entsprechendem Gepäck.
Für kleine Ausrüstungen packe ich einfach den Compagnon Little Messenger in einen Ortlieb Office Bag. Das ist ein großer Kasten, den ich mir vor 25 Jahren gekauft habe, um die schweren, großen Notebooks – damals war das so! – in die Firma zu transportieren. Inzwischen habe ich zwei davon.
Für größere Ausrüstung habe ich den zweiten Office Bag mit einem Foto-Einsatz von König Photobags ausgestattet. Nachdem ich mein Radtourenbuch fertig hatte, habe ich recherchiert, welche Fototaschen eigentlich für größeres Equipment geeignet sind. Häufig werden ja Lenkertaschen genutzt, das geht bei meinem Rennstahl-Rad nicht. Also hatte ich die Ausrüstung gepolstert in einer Gepäckträgertasche dabei, und zwar mit einem ziemlich schlechten Gewissen, weil diese Tasche ungefedert auf dem Gepäckträger aufliegt. Meine Ausrüstung hat es überstanden.
Ich hatte dann in einer Art Belohnungsaffekt für das gerade fertiggestellte Buch die Tasche von König bestellt, in der Erwartung, dass meine Zukunft nur noch aus Radtouren im Havelland besteht. Nun ja: Einerseits war erst mal Schluss mit den Radtouren, denn ich startete gleich ein neues Buch, den Wanderführer Havelland. Zum anderen ist die Tasche aber auch nicht das, was ich für den Preis erwartet hatte – es ist nur ein Einsatz für den Office Bag. Ich dachte, dass dieser Einsatz in der Tasche hängt, aber er liegt unten auf. Also polstere ich ihn nun genauso mit extra Schaumstoff, wie ich vorher die Gepäckträgertasche gepolstert hatte.
Mit dem Brompton
Wenn ich mit dem Brompton Classic unterwegs bin, kann ich auch eine der kleinen Fototaschen mitnehmen: Sie passen in die große, wasserdichte Rolltop-Fronttasche von Brompton, die ich noch in einer älteren Version habe. Der Rolltop ist weich und lässt sich weit öffnen, sodass sich mein Little Messenger gut darin verstauen lässt. Während einer Tour lasse ich den Compagnon einfach in der großen Tasche. Wenn ich Pause mache, nehme ich die Brompton-Tasche mit oder stelle sie für ein Fotoshooting auf den Boden.
Beim Brompton G Line electric sitzt in der großen Fronttasche dagegen der Akku; mit einem selbstgebauten Schaumstoffeinsatz nutze ich sie trotzdem als Fototasche.
Mit dem Rennrad: Fuji X100V und Peak Design Everyday Sling 3L
Auf Rennradtouren habe ich meistens meine Fuji X100V dabei, die ich diagonal über der Schulter trage und dann am Gurt auf den Rücken ziehe. Ein Gurt mit etwas Grip hält sie dort in Position: An der Fuji habe ich den schmalen Leica-Gurt, der ein kleines Gummipad mit Noppen hat – ideal dafür.
Wenn ich fotografisch etwas flexibler sein will, nehme ich die Fuji X-E4 mit dem 23 mm f/2 und stecke noch das 35 mm f/1.4 ein. Das passt zusammen in die Peak Design Everyday Sling 3L und ist dann immer noch leicht. Den Gurt der Sling kann man sehr einfach kurz stellen, sodass mir die Tasche in der flachen Rennradposition nicht zu sehr vor dem Bauch baumelt.
Die Peak Design Everyday Sling 3L ist die kleinste Tasche in meiner Sammlung – und diejenige, die ich außer auf den Rennradtouren kaum noch benutze. Die Tasche ist zwar sehr kompakt, aber die Außentasche ist leider völlig unflexibel. Wenn ich dort etwas hineinpacke, zum Beispiel mein Smartphone, beult sie sich nach innen aus und nimmt im Hauptfach wertvollen Platz weg.
Zur Tasche gehören kleine Gurte, die man in Ösen an der Unterseite befestigen kann, um noch eine Jacke darunterzuklemmen. Die Gurte baumeln allerdings lose herum, und ich habe gleich einen verloren. Außerdem ist das ziemlich unpraktisch: Da soll eine Minitasche geschmeidig um den Körper schwingen, und dann baumelt unten Gedöns herunter?
Beim Wandern: Lowepro Flipside Trek BP 350 AW, der Fotorucksack für lange Touren
Wenn ich heute länger und mit Equipment draußen unterwegs bin, nehme ich den Lowepro Flipside Trek BP 350 AW. Er ist im Vergleich zu den Premium-Taschen von Compagnon und Billingham preiswert, und er trägt sich einfach hervorragend. Die Größe ist für mich ideal: Mehr Platz würde am Ende nur mehr Gewicht bedeuten. Ich hatte ihn schon auf vielen längeren Touren im Havelland dabei, auch über 20 Kilometer, etwa auf dem Rundweg Döberitzer Heide.
Der Reißverschluss flitzt leicht und ohne Widerstand. Das namensgebende „Flipside“-Prinzip funktioniert so: Man nimmt den Rucksack von den Schultern, dreht ihn am Beckengurt nach vorn und kann dann im Stehen die Rückseite öffnen, um ein Objektiv zu wechseln. Weil der schwere Fotokram unten im Rucksack liegt, hängt er tatsächlich waagerecht vor mir wie ein Bauchladen.
Das Flippen funktioniert ganz brauchbar – allerdings nur, wenn der Beckengurt nicht zu eng sitzt und Jacke oder Hose nicht daran schubbern, was in der kalten Jahreszeit mit gefütterten Jacken schon häufiger passiert. In der Praxis bedeutet das, dass ich den Beckengurt erst etwas lockern muss. Wenn ich ohnehin die Schultergurte lösen und den Beckengurt lockern muss, kann ich den Rucksack auch ganz abnehmen und ablegen. So habe ich mehr Freiheit und Zeit beim Fotografieren. Aber wenn der Boden dreckig ist oder es schnell gehen soll, weil ich weiterlaufen möchte, ist das Flippen ganz praktisch.
Außerdem lässt sich die Trennwand zwischen dem oberen Fach für Proviant und Regenjacke und dem Fotoabteil öffnen. So kann ich sogar das lange Fuji XF 150–600 mm mitnehmen. Ansonsten passen eine spiegellose Kamera mit angesetztem Standardzoom, etwa die Fuji X-T5 mit dem 16–55 mm f/2.8, zwei weitere Objektive und Kleinkram hinein. Mein Peak-Design-Stativ packe ich an die Seite, ohne dass das Ganze wackelig wird.
Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr gefällt mir am Lowepro die Leichtigkeit der Reißverschlüsse. Sie lassen sich ganz einfach mit einer Hand öffnen. Klingt banal, macht aber einen großen Unterschied, wenn man nur eine Hand frei hat.
Sogar aufs Rad kam der Lowepro schon mit: Bei einem Morgenausflug mit dem Brompton G Line während unseres Kurztrips nach Worpswede ins Teufelsmoor wollte ich das 150–600 mm mitnehmen. Das passt aber nicht in die Brompton-Taschen, also mussten zwei Taschen mit – Radtasche und Rucksack.
Ohne Fotorucksack: Fjällräven und Peak Design Capture-Clip
Ein spezieller Fotorucksack muss es aber gar nicht sein. Wenn ich mit nur einer Kamera und einem Objektiv unterwegs bin, habe ich einfach meinen Fjällräven-Wanderrucksack dabei. Dann kann die Kamera draußen sein und gleich genutzt werden. Nur bei Regen kommt dann die Kamera in den Rucksack.
Am Fjällräven hat mir der Capture-Clip von Peak Design gute Dienste geleistet: Ich konnte die Kamera an den Schultergurt hängen. Mit den Festbrennweiten ging das gut; seit ich die X-T5 mit dem 16–55 mm nutze, ist mir die Kombination dafür zu schwer. An den Lowepro bekomme ich den Clip ohnehin nicht, dessen Gurte sind zu breit.
Letztlich muss man sich überlegen, ob man so einen Clip wirklich braucht oder ob man die Kamera nicht einfach umhängen kann. Zum Objektivwechsel taugt er nicht, denn dazu muss ich den Rucksack abnehmen, und das wiederum ist blöd mit einer am Schultergurt baumelnden Kamera. Für Events kann er hilfreich sein, aber da habe ich eher eine Kamera umgehängt und die andere in der Hand. Und sooo viele Events mache ich auch nicht.
Für Events und Mittelformat: Compagnon Medium Messenger
Für die richtig großen Sachen habe ich noch den Compagnon Medium Messenger. Er ist ziemlich geräumig und meine erste Wahl für das analoge Mittelformat. Hier bringe ich wahlweise die Hasselblad 500C/M mit einem zusätzlichen Rückteil, einem weiteren Objektiv und Belichtungsmesser unter – oder die Pentacon Six mit zusätzlichen Objektiven. Dann wird die Tasche allerdings schon ziemlich schwer. Sie ist eher etwas für „On-Location“-Einsätze, also für Orte, an denen man nicht mehr viel zu Fuß gehen muss.
Auch bei Events nehme ich gerne die große Tasche: Da kann ich Bodies und Objektive hineinpacken und habe sie leicht im Zugriff.
Aussortiert: Compagnon Backpack, Jack Wolfskin und Kata
Compagnon Backpack: schöner Fotorucksack, teurer Fehlkauf
Kommen wir zum schmerzhaftesten Kapitel: dem Compagnon Backpack. Optisch hat er mir einfach sehr gut gefallen – dieses edle Leder und das orangefarbene Leinen! In der Praxis ist er aber sauschwer und unbequem.
Im Kalser Tal in Osttirol hatte ich ihn auf Bergtouren dabei. Was für ein Quatsch! Danach war mein Nacken so verspannt, dass ich drei Tage lang üble Kopfschmerzen hatte.
Hinzu kommt, dass der Reißverschluss nicht sauber läuft. Eine Naht steht so weit hervor, dass der Zipper nicht darübergleitet. Die Leute von Compagnon könnten das sicherlich richten. Aktuell dient der Rucksack zu Hause aber nur noch als stationäre Aufbewahrung für meine Fuji-Objektive.
Falls ich irgendwann wirklich einmal mein ganzes Fotozeug zu einem Shooting mitnehmen müsste, wäre er wegen des guten Zugangs im aufgeklappten Zustand dabei – aber nicht mehr auf meinem Rücken.
Jack Wolfskin ACS Photopak 24 und Kata 3N1-30
Im Keller liegt noch ein Jack-Wolfskin-Fotorucksack, der ACS Photopak 24. Er hat zwar einen klasse Tragekomfort, aber leider kaum Platz. Außerdem hat er ebenfalls einen schlecht laufenden Zipper: Mit einer Hand muss ich den Taschendeckel hochziehen, um mit der anderen Hand den Zipper über einen Widerstand zu lupfen. Der Compagnon Backpack lässt grüßen.
Zwei Taschen habe ich verkauft – mit ziemlichem finanziellen Verlust: eine große Press/Top Billingham-Tasche, die ich für meine Canon-20D-Ausrüstung hatte, und einen unbrauchbaren Kata-3N1-30-Sling-Rucksack. Der Kata war eine Fehlkonstruktion: viel zu groß, um als Sling genutzt werden zu können.
Fazit: kleine Tasche oder bequemer Rucksack?
Das ist das Dilemma, das keine Tasche lösen kann: das Gewicht. Je mehr Kram man mitnimmt, desto schwerer wird es. Wenn eine Tasche nur vom Auto bis zum Einsatzort getragen werden muss, spielt das kaum eine Rolle. Ist man dagegen mehrere Stunden unterwegs – auf einer Wanderung oder bei einem Stadtspaziergang mit der Kamera –, gibt es für mich nur zwei Möglichkeiten: eine kleine Tasche mitnehmen und das Equipment begrenzen oder einen Rucksack mit hervorragendem Tragekomfort wählen.
Welche Tasche ist die nächste?
Eigentlich bin ich ja ziemlich zufrieden und brauche nichts weiter. Aber ich habe im Zuge dieses Artikels recherchiert, wie andere mit ihrem Equipment in verschiedenen Situationen umgehen, einer hat den Kauf von Taschen als Hobby im Hobby bezeichnet. Natürlich hab ich auch gleich wieder Taschen gesehen, bei denen es zu jucken anfängt. Warum ist das so? Was projiziere ich, wenn ich mir Fotos einer Tasche anschaue? Ich finde nämlich, dass Fototaschen eigentlich lästig sind, außer im Café, wenn man einen Cappuccino trinkt und ein leckeres Stück Kuchen isst. Aber die Stunden, die man sein Equipment trägt, oftmals ohne ein Foto zu machen, machen keinen Spaß, egal wie schön die Tasche ist.
Und das ist das verlockende an neuen Taschen - das Gewicht spüre ich nicht beim Anblick von Fotos oder Videos. Ich würde gerne mal wissen, bei welchen der Fotos ein Model tatsächlich einen voll bepackten Ruchsack auf den Schultern hat.