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Nikon F3HP – eine Profikamera von gestern

Die Nikon F3HP im Portrait: High-Eyepoint-Sucher für Brillenträger, Titanverschluss, heikles LCD.

25.10.2026 · Kamera

Der Weg zur Nikon F3HP

Meine Nikon F3 hatte ich mir vor vier Jahren zugelegt, weil sie mit dem „High-Eyepoint“-Sucher ein für Brillenträger komfortabel einsehbares Sucherfeld besitzt.

Bei meinen Recherchen wurden zudem die Verarbeitungsqualität und die Ausstattung der Kamera gepriesen, die von 1980 bis 2001 bei Berufsfotografen geschätzt wurde.

Das hat mich ebenfalls angesprochen. Denn zum Zeitpunkt des Erwerbs der F3 hatte ich bereits eine Vielzahl alter Kameras gesichtet und dabei häufig abgenudelte Gehäuse in den Händen gehabt.

Ich hatte mich entschieden, die Kamera bei einem Händler mit Rückgaberecht zu kaufen, denn das Modell neigt zu einem Alterungsproblem mit dem LCD-Display, welches im Sucher die Verschlusszeit anzeigt.

Als ich ein Modell in einem makellosen Zustand sah, griff ich zu. Eine F3 in gutem Zustand kostet heute meist zwischen 200 und 400 Euro.

Die F3 als professionelles Arbeitsgerät

Die F3 war die dritte Generation der professionellen Nikon-F-Serie und erschien 1980. Der elektronisch gesteuerte Verschluss und die Verlagerung der Messzelle in den Kameraboden waren die wichtigsten Innovationen, die die F3 von der F2 unterschieden und einen großen Nutzen versprachen.

Design

Ja, und das Gehäuse wurde neu gestaltet: Die Kamera bekam einen angedeuteten Griffwulst mit einer markanten roten Linie, die zum Markenzeichen Nikons wurde. Das Design stammt aus der Feder von Giorgetto Giugiaro, der vor allem als Automobildesigner bekannt wurde. Klare Kanten und geometrische Formen prägten das Industriedesign der späten 70er- und frühen 80er-Jahre, was sich auch in der F3 wiederfindet. Giugiaro gestaltete übrigens auch den VW Golf I und den DeLorean, bekannt aus Zurück in die Zukunft.

Nikon F3HP von vorn mit Nikkor 50 mm f/1,8: Griffwulst mit roter Linie, F3-Schriftzug und Prismensucher mit HP-Kennzeichnung
Giugiaros Entwurf: angedeuteter Griffwulst mit der roten Linie, hier mit dem High-Eyepoint-Sucher DE-3 und dem Nikkor 50 mm f/1,8

Die 80er-Jahre markierten auch einen technischen Umbruch im Kamerabau: Elektronik, integrierte Motorantriebe und vor allem die Autofokustechnologie setzten sich zunehmend durch. Der Nachfolger F4 erschien 1988 und bot all das, aber die F3 blieb weiterhin im Programm. Sie überlebte auch die Einführung der F5 und wurde erst 2001 eingestellt.

Die F3 war damit das am längsten produzierte Gehäuse der professionellen Nikon-F-Serie und bot weiterhin eine Alternative für Fotografen, die bewusst auf Autofokus und integrierten Motorantrieb verzichteten.

Verschluss

Die F3 besitzt einen horizontal ablaufenden Schlitzverschluss aus Titanfolie und bietet manuell einstellbare Belichtungszeiten von 8 Sekunden bis 1/2000 Sekunde. Das war nicht sensationell, sondern für professionelle Kameras dieser Zeit ein üblicher Maßstab.

Horizontal ablaufende Verschlüsse wie der der F3 galten als sehr zuverlässig. Allerdings wurden sie zunehmend von vertikal ablaufenden Verschlüssen abgelöst, die aufgrund ihrer kürzeren Laufstrecke höhere Blitzsynchronzeiten ermöglichten. Die F3 erreicht lediglich 1/80 Sekunde.

Wie funktioniert ein Schlitzverschluss?

Ein Schlitzverschluss besteht aus zwei Vorhängen, die sich nacheinander über das Bildfeld bewegen. Bei kurzen Belichtungszeiten beginnt der zweite Vorhang bereits zu schließen, bevor der erste das Bildfeld vollständig freigegeben hat. Dadurch entsteht ein schmaler Schlitz, der über den Film wandert. Der zeitliche Abstand zwischen den beiden Vorhängen bestimmt die effektive Belichtungszeit.

Bei horizontal ablaufenden Verschlüssen wie dem der F3 legen die Vorhänge die 36 mm lange Seite des Kleinbildformats zurück. Vertikal ablaufende Verschlüsse müssen dagegen nur die kürzere Seite von 24 mm überwinden.

Die kürzere Laufstrecke ermöglicht es, das gesamte Bildfeld für einen kürzeren Zeitraum vollständig freizugeben. Das ist besonders für die Blitzfotografie relevant: Bei einem herkömmlichen Blitz muss der Verschluss zum Zeitpunkt der Blitzauslösung vollständig geöffnet sein.

Während die Nikon F3 nur eine Blitzsynchronzeit von 1/80 Sekunde erreicht, ermöglichen entsprechend konstruierte vertikal ablaufende Verschlüsse beispielsweise 1/125 oder 1/250 Sekunde.

Neu bei der professionellen Nikon-F-Serie war die elektronische Steuerung der Belichtungszeit. Auch das war nicht sensationell, sondern schon Jahre zuvor im Einsatz, beispielsweise bei der Nikon FE von 1978. Sogar die Nikkormat EL von 1972 hatte das bereits.

Das Verschlusszeitenrad besitzt außerdem eine T-Einstellung. Dabei bleibt der Verschluss so lange offen, bis man das Zeitenrad auf einen anderen Wert stellt. Das ist praktisch bei Langzeitbelichtungen, die man ohne feststellbaren Drahtauslöser durchführen möchte.

Nikon F3HP von oben: links die Rückspulkurbel mit der Skala der Belichtungskorrektur, in der Mitte der Prismensucher, rechts das Verschlusszeitenrad mit A, X, T und B neben Auslöser und Bildzähler
Von oben: Das Zeitenrad reicht von 8 s bis 1/2000 s, dazu A für die Zeitautomatik, X für die Blitzsynchronzeit von 1/80 s sowie T und B. Links die Belichtungskorrektur um ±2 Blenden

Belichtungsmessung im Kameraboden

Eine wichtige Neuerung der Nikon F3 war die Verlagerung der Belichtungsmessung ins Kameragehäuse. Bei der F2 befand sich die Messzelle noch im Sucher. Bei der F3 konnten damit alle verfügbaren Wechselsucher von der Belichtungsmessung profitieren. Außerdem arbeitete die Messung unabhängig von der verwendeten Mattscheibe.

Der Sensor sitzt im Kameraboden. Das Licht gelangt durch zahlreiche winzige Perforationen im teilweise lichtdurchlässigen Hauptspiegel zu einem Hilfsspiegel, der es zur Messzelle umlenkt.

Die Belichtungsinformation beziehungsweise die von der Automatik berechnete Verschlusszeit wird über ein sehr kleines LCD am oberen Rand des Sucherbildes angezeigt.

Leider ist die Anzeige recht klein. An der Seite der Kamera befindet sich ein kleiner roter Taster, mit dem man das LCD beleuchten kann, sofern die Belichtungsmessung aktiv ist – man also vorher auf den Auslöser getippt hat. Viel sollte man davon nicht erwarten. Es ist eine kleine flackernde Funzel, die allenfalls bei Dämmerung einen Nutzen bringt.

Spiegelvorauslösung

Die Spiegelvorauslösung ist besonders für Stativaufnahmen hilfreich. Der Hebel dafür befindet sich unmittelbar an der Abblendtaste und kann nur betätigt werden, wenn diese gedrückt wird.

Dabei wird nicht nur der Spiegel hochgeklappt, sondern auch das Objektiv auf den eingestellten Blendenwert abgeblendet. Beim anschließenden Auslösen entfallen somit der Spiegelschlag und die Bewegung der Blendenmechanik, die sonst Erschütterungen verursachen können.

Mit hochgeklapptem Spiegel ist keine Belichtungsmessung mehr möglich. Die Belichtung muss daher vorher ermittelt werden, und man arbeitet im manuellen Modus.

Systemzubehör

Als Systemkamera gab es eine Menge Zubehör, das heute allerdings eher für Sammler interessant und dementsprechend teuer ist – es sei denn, man hat das Glück, eine F3 mit Systemzubehör erwerben zu können.

Dazu gehören die schon erwähnten Wechselsucher und Mattscheiben. Ich habe die Standardmattscheibe K und die Mattscheibe P, bei der horizontale und vertikale Hilfslinien eingezeichnet sind.

Nikon F3 mit abgenommenem Prismensucher: Blick auf die Mattscheibe mit Gitterlinien, darüber im Gehäuse das kleine LCD mit der Anzeige 250 und das Fenster mit dem Blendenwert 1.8
Sucher abgenommen: die wechselbare Mattscheibe mit Hilfslinien. Das LCD für die Verschlusszeit (hier 1/250 s) sitzt im Gehäuse und funktioniert deshalb mit jedem Wechselsucher

Es gab sogar eine externe Stromversorgung für die Kamera, speziell für den Einsatz bei niedrigen Temperaturen. Das Batteriepack konnte man am warmen Körper tragen und über ein Kabel mit dem Batteriefach der Kamera verbinden.

Außerdem gab es den Motorantrieb MD-4, der mit acht AA-Batterien etwa vier Bilder pro Sekunde ermöglicht. Mit dem speziellen Akkupack MN-2 waren sogar bis zu sechs Bilder pro Sekunde möglich. Das war für Sport- und Reportagefotografen tatsächlich großartig. In Kombination mit dem Motorantrieb ergibt auch ein Langfilmmagazin Sinn, das ebenfalls für die F3 angeboten wurde.

Mit dem MD-4 wird die F3 allerdings zu einem ordentlichen Brocken: Der Motorantrieb wiegt mit seinen acht AA-Batterien ungefähr 800 Gramm. Zusammen mit der F3HP kommt man damit auf rund 1,6 Kilogramm – ohne Objektiv.

Objektivsystem

An die F3 lassen sich auch ältere Nikkor-Objektive aus der Zeit vor Einführung der Ai-Blendenkupplung 1977 anschließen. Wie bei der Nikon FM kann dafür der kleine Ai-Kupplungshebel am Bajonett hochgeklappt werden.

Allerdings muss bei diesen Nicht-Ai-Objektiven mit Arbeitsblendenmessung gearbeitet werden, da die eingestellte Blende nicht an die Kamera übertragen wird.

Der praktische Nutzen damals …

Die F3 einzuordnen fällt nicht leicht.

Noch während ihrer langen Produktionszeit war sie eine Alternative zu den zunehmend automatisierten Profikameras. Sie richtete sich an Fotografen, die weiterhin manuell fokussieren wollten und ein vergleichsweise kompaktes, aber robustes und zuverlässiges Gehäuse bevorzugten.

In den 90er-Jahren waren professionelle Autofokussysteme bereits recht zuverlässig, insbesondere bei Canon. Wer sich dennoch bewusst für manuelle Fokussierung entschied, war mit der F3 bestens bedient.

Alternativen waren die Pentax LX und, zumindest noch Anfang der 90er-Jahre, die Canon New F-1. Auch Leica und Contax boten weiterhin professionelle Kameras für manuelles Fokussieren an, allerdings ohne Wechselsucher.

… und heute

Wer sich heute eine analoge SLR zulegt, möchte entweder etwas für die Vitrine oder etwas für einen analogen Fotoausflug. In manchen Fällen auch beides.

Für den praktischen Einsatz stellt sich die grundsätzliche Frage, ob man überhaupt eine Kamera mit umfangreichem Systemzubehör benötigt.

In meinem Ratgeber für analoge SLRs schlage ich Kameras mit manuellem Fokus und ohne Motorantrieb vor. Denn für mich sind nicht nur der Charme des analogen Films, die Körnung und das spezielle Verhalten der Emulsionen relevant, sondern auch das Vergnügen, die Apparate zu bedienen. Das will ich mir nicht durch einen automatischen Filmtransport wegnehmen lassen.

Ähnlich ist es mit dem Wechselsuchersystem. An meiner Hasselblad und Pentacon-Mittelformatkamera nutze ich den klassischen Lichtschachtsucher, weil das für mich zum Fotografieerlebnis dazugehört.

Bei einer Kleinbild-SLR dagegen will ich die Kamera ans Auge führen und bevorzuge den Prismensucher. Der High-Eyepoint-Sucher ist für Brillenträger wirklich super: Ich kann, ohne mein Auge zu verrenken, das ganze Bild und das LCD überblicken. Diesen Sucher will ich gar nicht wechseln.

Rückseite der Nikon F3HP mit dem großen runden Okular des High-Eyepoint-Suchers, daneben die Filmempfindlichkeitsskala und auf der Rückwand der Halter für die Lasche der Filmschachtel
Das große Okular des High-Eyepoint-Suchers: Auch mit Brille überblicke ich das ganze Sucherbild samt LCD

Einen Lichtschachtsucher einmal auszuprobieren, würde mich zwar interessieren, aber der praktische Nutzen ist gering: Bei einer Mittelformatkamera kann ich auf der großen Mattscheibe das Sucherbild gut überblicken, wenn ich die Kamera vor dem Bauch halte und von oben hineinschaue. Bei einer Kleinbildkamera ist das Bild dagegen winzig. Mit dem Prismensucher fällt mir das Scharfstellen jedenfalls leichter.

Hinzu kommt, dass die Wechselsucher heute vor allem Sammlerstücke sind und entsprechend teuer gehandelt werden. Selbst für einen Lichtschachtsucher werden rund 200 Euro verlangt.

Kommen wir zum Verschluss. Die F3 bietet 1/2000 Sekunde, während viele andere Kameras ihrer Zeit nur 1/1000 Sekunde erreichten. Gegenüber einer FM2 oder FE2 mit ihren vertikal ablaufenden Verschlüssen und 1/4000 Sekunde ist das allerdings kein Vorteil mehr. Eine 1/4000 Sekunde wäre mir durchaus etwas wert, wenn ich offenblendig fotografieren möchte.

Für Nachtaufnahmen vom Stativ ist die T-Einstellung nützlich, denn ich brauche dann keinen feststellbaren Drahtauslöser mitzunehmen, den ich so selten benutze, dass ich nicht weiß, wo er gerade ist.

Ebenfalls nützlich ist die Spiegelvorauslösung, die erschütterungsarmes Fotografieren ermöglicht. Das ist gerade bei mittleren und längeren Belichtungszeiten hilfreich, bei denen man nicht einfach auf T stellt und die Belichtung mit der Objektivkappe manuell vornimmt.

Die Schattenseiten

Das LCD-Display finde ich das größte Ärgernis. Es ist klein und nicht leicht ablesbar – und eine Zeitbombe.

Die Flüssigkristallanzeigen dieser Ära neigen zum „Bluten“, das heißt, es bilden sich schwarze Flecken, und die Anzeige wird zunehmend unleserlich. Bei der Contax RTS III hatte ich genau so einen Fall und musste sie zurückgeben.

Wenn das LCD diese typische Alterserscheinung bekommt, ist die Kamera gewissermaßen blind: Sie zeigt keine Verschlusszeiten mehr an. Funktionieren würde sie weiterhin, auch die Belichtungsautomatik. Aber der Spaß wäre für mich dann vorbei.

Die Kamera ist mit rund 760 Gramm schon deutlich schwerer als eine Nikon FM oder FE. Das merkt man irgendwann an der Schulter, aber ich merke es auch, wenn ich sie beim Fotografieren halte. Mit einer Hand kann ich sie nicht gut halten, trotz des kleinen Griffwulstes.

So bekomme ich also heutzutage eine Menge Profifunktionen, die zum Herumspielen einladen, mir aber kaum einen Mehrwert bieten. Das zusätzliche Gewicht muss ich dagegen bei jedem Foto in Kauf nehmen.

Alternativen

Vergleichbare professionelle Systemkameras dieser Epoche sind die Pentax LX und die Canon New F-1. Beide hatte ich allerdings noch nicht in den Händen.

Interessant sind auch die Contax RTS III und die Leica R8. Die RTS III ist ein verflucht schwerer Brocken, der sich dank seines deutlich ausgeprägten Griffwulstes aber erstaunlich gut handhaben lässt. Mein Exemplar ging, wie erwähnt, wegen des defekten LCDs wieder zurück.

Noch lieber als die Nikon F3HP ist mir die Leica R8. Sie ist ebenfalls kein Leichtgewicht, lässt sich aber - wenn man es dnenn mal will - mit einem Motor-Drive ausstatten, der funktional und gestalterisch eine nahezu nahtlose Einheit mit dem Gehäuse bildet. Auch ihr Sucher ist für Brillenträger gut zu überblicken, wobei die F3HP für meinen Geschmack noch ein Quäntchen komfortabler ist. Und die R8 bietet eine 1/8000 Sekunde!

Ich greife lieber zur Leica R8 als zur Nikon F3. Ihre Ergonomie liegt mir einfach mehr. Allerdings spielt dabei auch eine Rolle, dass ich bei Nikon lieber zur FM greife, während ich im Leica-R-System keine für mich attraktivere Alternative zur R8 sehe. Die R6 oder R6.2 kämen zwar infrage, aber die habe ich nicht. Außerdem sind sie mir gestalterisch zu wenig eigenständig – die Verwandtschaft zu den Minolta-geprägten Vorgängermodellen ist mir zu deutlich.

Die F3HP im Vergleich mit Nikon FM, FM2 und FE2 sowie der Leica R8 und der Contax RTS III:

  Nikon F3HP Nikon FM Nikon FM2 Nikon FE2 Leica R8 Contax RTS III
Produktionszeitraum
1982 – 2001
1977 – 1982
1982 – 1984
1983 – 1987
1996 – 2002
1991 – 1994
Verschluss
elektronisch (quarzgesteuert) geregelter Titanfolien-Schlitzverschluss, horizontal ablaufend
mechanisch gesteuerter Metall-Schlitzverschluss, vertikal ablaufend
mechanisch gesteuerter Metall-Schlitzverschluss mit Titanlamellen, vertikal ablaufend
elektronisch gesteuerter Metall-Schlitzverschluss mit Titanlamellen, vertikal ablaufend
Elektronisch gesteuerter Metall-Schlitzverschluss
Elektronisch gesteuerter Titan-Schlitzverschluss
Verschlusszeiten
8s – 1/2000s
1s – 1/1000s
1s – 1/4000s
8s – 1/4000s
32s – 1/8000s
16s – 1/8000s
Blitzsynchronzeit
1/80s
1/125
1/200
1/250
1/250s
Belichtungssteuerung
Zeitautomatik, Manuell
Manuell
Zeitautomatik, Manuell
  • M=Manuell
  • A=Zeitautomatik
  • P=Programmautomatik
  • T=Blendenautomatik
  • F=Blitzsteuerung
Zeitautomatik, Blendenautomatik, manuell
Sucherinformationen
Verschlusszeit (LCD), Über-/Unterbelichtungsanzeige (+ und –), Blendenwert (direkt eingespiegelt), Blitzbereitschaft (LED), Sucherbeleuchtung per Taste
Verschlusszeit, Belichtungsmesseranzeige (LED + o −), direkt eingespiegelter Blendenwert
Verschlusszeit, Belichtungsmesseranzeige (LED + o −, fünfstufig), direkt eingespiegelter Blendenwert
Verschlusszeitenskala mit Messnadel und Nachführnadel, direkt eingespiegelter Blendenwert, Belichtungskorrekturmarke
Zeit, Blende, Bel.-Waage, Modus, Zähler,Blitzbereitschaft
–
Stromversorgung
2x LR44 bzw. SR44 oder 1x CR-1/3N (für Verschluss und Belichtungsmesser; ohne Batterie nur ca. 1/60s per Notauslöser und T); mit MD-4 Versorgung über den Motor
2x LR44 (nur für den Belichtungsmesser)
2x LR44 (für Verschluss und Belichtungsmesser; ohne Batterie nur M250 und B)
2x CR2
6x AA
Gewicht
760g
590g
540g
550g
890g
1200g
Nikon F3HP
Produktionszeitraum
1982 – 2001
Verschluss
elektronisch (quarzgesteuert) geregelter Titanfolien-Schlitzverschluss, horizontal ablaufend
Verschlusszeiten
8s – 1/2000s
Blitzsynchronzeit
1/80s
Belichtungssteuerung
Zeitautomatik, Manuell
Sucherinformationen
Verschlusszeit (LCD), Über-/Unterbelichtungsanzeige (+ und –), Blendenwert (direkt eingespiegelt), Blitzbereitschaft (LED), Sucherbeleuchtung per Taste
Stromversorgung
2x LR44 bzw. SR44 oder 1x CR-1/3N (für Verschluss und Belichtungsmesser; ohne Batterie nur ca. 1/60s per Notauslöser und T); mit MD-4 Versorgung über den Motor
Gewicht
760g
Nikon FM
Produktionszeitraum
1977 – 1982
Verschluss
mechanisch gesteuerter Metall-Schlitzverschluss, vertikal ablaufend
Verschlusszeiten
1s – 1/1000s
Blitzsynchronzeit
1/125
Belichtungssteuerung
Manuell
Sucherinformationen
Verschlusszeit, Belichtungsmesseranzeige (LED + o −), direkt eingespiegelter Blendenwert
Stromversorgung
2x LR44 (nur für den Belichtungsmesser)
Gewicht
590g
Nikon FM2
Produktionszeitraum
1982 – 1984
Verschluss
mechanisch gesteuerter Metall-Schlitzverschluss mit Titanlamellen, vertikal ablaufend
Verschlusszeiten
1s – 1/4000s
Blitzsynchronzeit
1/200
Belichtungssteuerung
Manuell
Sucherinformationen
Verschlusszeit, Belichtungsmesseranzeige (LED + o −, fünfstufig), direkt eingespiegelter Blendenwert
Stromversorgung
2x LR44 (nur für den Belichtungsmesser)
Gewicht
540g
Nikon FE2
Produktionszeitraum
1983 – 1987
Verschluss
elektronisch gesteuerter Metall-Schlitzverschluss mit Titanlamellen, vertikal ablaufend
Verschlusszeiten
8s – 1/4000s
Blitzsynchronzeit
1/250
Belichtungssteuerung
Zeitautomatik, Manuell
Sucherinformationen
Verschlusszeitenskala mit Messnadel und Nachführnadel, direkt eingespiegelter Blendenwert, Belichtungskorrekturmarke
Stromversorgung
2x LR44 (für Verschluss und Belichtungsmesser; ohne Batterie nur M250 und B)
Gewicht
550g
Leica R8
Produktionszeitraum
1996 – 2002
Verschluss
Elektronisch gesteuerter Metall-Schlitzverschluss
Verschlusszeiten
32s – 1/8000s
Blitzsynchronzeit
1/250s
Belichtungssteuerung
  • M=Manuell
  • A=Zeitautomatik
  • P=Programmautomatik
  • T=Blendenautomatik
  • F=Blitzsteuerung
Sucherinformationen
Zeit, Blende, Bel.-Waage, Modus, Zähler,Blitzbereitschaft
Stromversorgung
2x CR2
Gewicht
890g
Contax RTS III
Produktionszeitraum
1991 – 1994
Verschluss
Elektronisch gesteuerter Titan-Schlitzverschluss
Verschlusszeiten
16s – 1/8000s
Blitzsynchronzeit
1/250s
Belichtungssteuerung
Zeitautomatik, Blendenautomatik, manuell
Stromversorgung
6x AA
Gewicht
1200g

Fazit: Ein Klassiker ohne praktischen Vorsprung

Sich heute eine F3 zuzulegen, kann wie bei mir dem Impuls geschuldet sein, einen Meilenstein des Kamerabaus besitzen zu wollen: eine der letzten professionellen Nikon-Kameras, bei denen der manuelle Fokus im Mittelpunkt stand.

Die Profimodelle von Nikon und Canon waren aber auch immer Wegweiser in die Zukunft. Neben einer hohen Zuverlässigkeit unter schwierigen Arbeitsbedingungen sollten sie technische Leistungssteigerungen und Innovationen bieten.

Die F3 brachte mit der elektronischen Verschlusssteuerung, der Belichtungsmessung durch den Spiegel und der LCD-Anzeige solche Neuerungen, die historisch relevant sind. Für den heutigen Analogfotografen sind sie allerdings nur von bedingtem Nutzen.

Hinzu kommt die Abhängigkeit von der Batterie (zwei Knopfzellen LR44 bzw. SR44 oder eine CR-1/3N), die man auch von der FE und FE2 kennt. Fällt sie aus, bleibt bei der F3 lediglich die mechanische Notzeit von etwa 1/60 Sekunde.

Die F3 nimmt man heute in die Hand, wenn man das Gefühl eines klassischen Nikon-Profi-Arbeitsgeräts der Achtziger sucht – mit all der Präsenz, die dazugehört, aber kaum noch mit einem praktischen Vorsprung gegenüber einer FM2 oder FE2.

Unterm Strich bleibt für mich als Mehrwert das übrig, was schon vor vier Jahren der Kaufgrund war: ein hervorragender High-Eyepoint-Sucher, der auch mit Brille einen komfortablen Überblick bietet, und eine kompromisslos gute Verarbeitung.

Das allein reicht allerdings nicht, um sie lieber in die Hand zu nehmen als meine Nikon FM. Bis auf den High-Eyepoint-Sucher und die um eine Stufe kürzere Belichtungszeit von 1/2000 statt 1/1000 Sekunde bietet mir die F3 kaum etwas, das ich bei der FM vermisse.

Nikon F3HP und Nikon FM nebeneinander von vorn, beide mit 50-mm-f/1,8-Objektiv; die F3HP ist sichtbar höher und breiter
Die F3HP neben meiner Nikon FM mit dem 50 mm f/1,8 der Serie E: größer und mit 760 statt 590 Gramm deutlich schwerer

Die FM hat alles, was ich brauche, ist leichter und funktioniert zur Not auch ohne Batterien. Wer zur FM2 greift, bekommt sogar die 1/4000 Sekunde.

Technische Daten

  Nikon F3HP
Modell Nikon F3HP
Varianten F3/T (Titanausführung der F3HP, ab 1982); der High-Eyepoint-Sucher DE-3 passt an jede F3 und ist nachrüstbar
Herkunftsland Japan
Objektivanschluss F Mount
Blendenkupplung Ai, Kupplungshebel hochklappbar: auch Nicht-Ai-Objektive (Arbeitsblendenmessung)
Filmformat Kleinbild (135 / 24×36)
Motorisierter Filmtransport MD-4 als Zubehör (bis ca. 6 B/s)
Produktionszeitraum 1982 – 2001
Verschluss elektronisch (quarzgesteuert) geregelter Titanfolien-Schlitzverschluss, horizontal ablaufend
Verschlusszeiten 8s – 1/2000s
Selbstauslöser Elektronisch
Blitzsynchronzeit 1/80s
Blitzsteuerung
  • TTL-Blitzsteuerung (mit SB-16A und anderen F3-Blitzen)
  • Spezial-Blitzschuh am Rückspulknopf, Adapter für ISO- und F2-Blitze
  • Synchronbuchse
Belichtungssteuerung Zeitautomatik, Manuell
Belichtungskorrektur ± 2 Stufen
Belichtungsmessung mittenbetont integral (80 % auf die Bildmitte)
ASA 12 – 6400
Fokussiermethode Manuell
Mattscheibe Mattscheibe K mit Schnittbildindikator und Mikroprismenring, wechselbar (21 weitere Typen)
Sucher Wechselsucher: High-Eyepoint-Prismensucher DE-3 (Standard; ganzes Sucherbild aus ca. 25 mm Augenabstand sichtbar, Vergrößerung 0,75× statt 0,8× beim DE-2, Bildfeld praktisch 100 %), Prismensucher DE-2, Sportsucher DA-2, Lichtschachtsucher DW-3, Lupensucher DW-4
Sucherinformationen Verschlusszeit (LCD), Über-/Unterbelichtungsanzeige (+ und –), Blendenwert (direkt eingespiegelt), Blitzbereitschaft (LED), Sucherbeleuchtung per Taste
Stromversorgung 2x LR44 bzw. SR44 oder 1x CR-1/3N (für Verschluss und Belichtungsmesser; ohne Batterie nur ca. 1/60s per Notauslöser und T); mit MD-4 Versorgung über den Motor
Gewicht 760g
Modell
Nikon F3HP
Varianten
F3/T (Titanausführung der F3HP, ab 1982); der High-Eyepoint-Sucher DE-3 passt an jede F3 und ist nachrüstbar
Herkunftsland
Japan
Objektivanschluss
F Mount
Blendenkupplung
Ai, Kupplungshebel hochklappbar: auch Nicht-Ai-Objektive (Arbeitsblendenmessung)
Filmformat
Kleinbild (135 / 24×36)
Motorisierter Filmtransport
MD-4 als Zubehör (bis ca. 6 B/s)
Produktionszeitraum
1982 – 2001
Verschluss
elektronisch (quarzgesteuert) geregelter Titanfolien-Schlitzverschluss, horizontal ablaufend
Verschlusszeiten
8s – 1/2000s
Selbstauslöser
Elektronisch
Blitzsynchronzeit
1/80s
Blitzsteuerung
  • TTL-Blitzsteuerung (mit SB-16A und anderen F3-Blitzen)
  • Spezial-Blitzschuh am Rückspulknopf, Adapter für ISO- und F2-Blitze
  • Synchronbuchse
Belichtungssteuerung
Zeitautomatik, Manuell
Belichtungskorrektur
± 2 Stufen
Belichtungsmessung
mittenbetont integral (80 % auf die Bildmitte)
ASA
12 – 6400
Fokussiermethode
Manuell
Mattscheibe
Mattscheibe K mit Schnittbildindikator und Mikroprismenring, wechselbar (21 weitere Typen)
Sucher
Wechselsucher: High-Eyepoint-Prismensucher DE-3 (Standard; ganzes Sucherbild aus ca. 25 mm Augenabstand sichtbar, Vergrößerung 0,75× statt 0,8× beim DE-2, Bildfeld praktisch 100 %), Prismensucher DE-2, Sportsucher DA-2, Lichtschachtsucher DW-3, Lupensucher DW-4
Sucherinformationen
Verschlusszeit (LCD), Über-/Unterbelichtungsanzeige (+ und –), Blendenwert (direkt eingespiegelt), Blitzbereitschaft (LED), Sucherbeleuchtung per Taste
Stromversorgung
2x LR44 bzw. SR44 oder 1x CR-1/3N (für Verschluss und Belichtungsmesser; ohne Batterie nur ca. 1/60s per Notauslöser und T); mit MD-4 Versorgung über den Motor
Gewicht
760g