Beim Nachbarort Bagow vom Päwesin liegt das NSG Bagower Bruch mit einem Naturwald und einem hübschen Rundwanderweg.

Wenn man mit dem Rad den Beetzsee umrundet, und auch noch den oberen Beetzsee mitnimmt, kommt man in Päwesin und Bagow vorbei. Fußläufig von Bagow liegt das Bruch, ein von Menschenhand durch den Abbau von Ton und Lehm geschaffenes Becken, welches mit Wasser gefüllt ist.

Das Bruch und den dort ebenfalls liegenden Mühlenberg wollte ich schon länger mal besuchen; heute hatte ich ein paar Stunden Zeit und hab es endlich gemacht.

Rundwanderung von Bagow zum Bagower Bruch

Die Tour startet an der Kirche, die mit ihrem lachsfarbenem Jugendstil nicht so recht in die märkische Backtein-Architektur passen will. Das Gebäude ist ein Neubau von 1907, nachdem der Vorgänger vermutlich durch Blitzschlag abbrannte. Vor der Kirche kann man Ziegel unter dem Asphalt entdecken; die speziell für diesen Zweck bei hohen Temperaturen gebrannten Klinker waren ein beliebtes Material für den Straßenbelag. Hier in der Nähe gibt es eine Ziegelstraße von Riewend nach Klein-Behnitz, die gut erhalten ist.

Zurück zu Bagow. Die ersten 500 Meter des 6 Kilometer langen Rundweges muss man leider auf der Straße laufen, dann zweigt der Weg mit einer Allee zwischen den Feldern ab, um nach einem Kilometer komplett in den Wald zu gelangen.

Naturlehrpfad

Begleitet wird der Weg von Infotafeln - es handelt sich um einen Naturlehrpfad. Wer nun die x-te Schautafeln über Fuchs und Hase, Buche und Kiefer befürchtet, irrt zum Glück. Die Tafen erläutern unter anderem die Entstehungsgeschichte der Landschaft, und das ist (für mich) ziemlich interessant. Die Landschaften um Berlin sind ja maßgeblich durch die Eiszeit geprägt, aber wie es beispielsweise zu den sogenannten Toteislöchern oder den Dünen kommt, das war mir bislang nicht klar. Passend zum Thema verläuft der Weg naturnah auf sandigem Untergrund, mit dem Fahrrad wird das wenig Spaß machen.

Ungefähr nach der Hälfte der Wegstrecke glitzert dann das Wasser des Sees durch die Blätter hindurch, und schließlich kommt man auch hautnah an ihn heran. Der Wald ist wunderbar natürlich, kein Vergleich zu den sterilen Kiefernplatagen, die man leider zu häufig hier findet. Totholz auf dem Boden darf liegen bleiben und den Insekten und anderen Tieren als Unterschlupf dienen.

Nach der Umrundung trennt sich der Weg wieder vom See und verläuft zunächst im Wald weiter, dann tritt bei der kleinen Siedlung Vorwerk Vogelsang aus diesem heraus.

Mühlenberg

Noch ein kleines Stückchen geht es entlang einer Straße, dann kann man auf den links liegenden Mühlenberg klettern. Oben wartet eine weite Sicht über das Land und eine besondere Pflanzenwelt, die sogenannte Pontische Flora auf uns. Hierbei handelt es sich um Steppenpflanzen auf dem Schwarzmeerraum, die gerne auf den Stauchmoränenkuppen siedeln. Eine Stauchmoräne ist übrigens ein Wall, der vom vorrückenden Gletschereis aufgetürmt wurde. Auch so etwas lernt man auf den Infotäfelchen.

Vom Mühlenberg ist es nun nur ein Katzensprung zurück zur Kirche.

Meinen Plan, mir im Nachbarort Päwesin noch Kuchen bei der tollen buddhistischen Bäckerei Backwahn zu holen, gebe ich auf als ich die lange Schlange sehe. Denn das buddhistische Personal macht alles mit Ruhe und Bedacht (es sei ihnen gegönnt), so dass man doch eine gewisse Wartezeit einplanen muss. Die Ruhe hab ich heute nicht weg, also verzichte ich auf den Kuchen. Leider.

Fotos vom Bagower Bruch

Weg zwischen den feldern von Bagow
Weg zwischen den feldern von Bagow
Fotografiert mit: X100V 23.0mm f5.6; 1/125 sec; ISO 160
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Hinweisschild Naturlehrpfad
Hinweisschild Naturlehrpfad
Fotografiert mit: X100V 23.0mm f2; 1/6000 sec; ISO 160
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Idyllischer Waldweg am Bagower Bruch
Idyllischer Waldweg am Bagower Bruch
Fotografiert mit: X100V 23.0mm f2; 1/1600 sec; ISO 160
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Pferdekoppeln links, Naturschutzgebiet rechts: Bagower Bruch
Pferdekoppeln links, Naturschutzgebiet rechts: Bagower Bruch
Fotografiert mit: X100V 23.0mm f5; 1/40 sec; ISO 160
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Am Bruchsee von Bagow
Am Bruchsee von Bagow
Fotografiert mit: X100V 23.0mm f3.6; 1/1250 sec; ISO 160
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Am Bruchsee von Bagow
Am Bruchsee von Bagow
Fotografiert mit: X100V 23.0mm f3.6; 1/1700 sec; ISO 160
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Schöner Mischwald: Der Naturwald im Bagower Bruch
Schöner Mischwald: Der Naturwald im Bagower Bruch
Fotografiert mit: X100V 23.0mm f3.6; 1/150 sec; ISO 160
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Blüten auf dem Mühlenberg
Blüten auf dem Mühlenberg
Fotografiert mit: X100V 23.0mm f4; 1/900 sec; ISO 160
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Milli fühlt sich wohl: Auf der hügeligen Kuppe des Mühlenberges
Milli fühlt sich wohl: Auf der hügeligen Kuppe des Mühlenberges
Fotografiert mit: X100V 23.0mm f2.5; 1/3200 sec; ISO 160
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Schöne Aussicht vom Mühlenberg auf den Riewendsee
Schöne Aussicht vom Mühlenberg auf den Riewendsee
Fotografiert mit: X100V 23.0mm f5.6; 1/1100 sec; ISO 160
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Blick auf die Bagower Kirche vom Mühlenberg
Blick auf die Bagower Kirche vom Mühlenberg
Fotografiert mit: iPhone 13 Pro Max 9.0mm (≙ 77mm Vollformat); f2.8; 1/750 sec; ISO 32
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Alte Scheunenromantik beim Gutshaus der Ribbecks in Bagow
Alte Scheunenromantik beim Gutshaus der Ribbecks in Bagow
Fotografiert mit: iPhone 13 Pro Max 1.6mm (≙ 13mm Vollformat); f1.8; 1/1050 sec; ISO 32
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