14 Monate lang bin ich geradelt, hab fotografiert und geschrieben - nun ist es fertig: Mein Radtourenbuch über das Havelland erscheint im Droste Verlag am 10. März 2023

Radfahren und Fotografieren sind meine beiden großen Vergnügungen, und wenn man meinen Blog dazunimmt, auch das Schreiben darüber.

Als mich dann im Sommer 2021 der Droste Verlag kontaktierte und fragte, ob ich nicht einen Radführer über das Havelland schreiben möchte, wusste ich sofort, dass ich will, wenngleich ich mich bis zur Zusage noch etwas zierte.

Und so bin ich von September 2021 an in jeder freien Minute im Havelland unterwegs gewesen, um die Touren zusammenzustellen: 15 Rundkurse im Havelland mit Streckenlängen zwischen 15 und 50 Kilometern. 14 Monate Radeln, Fotografieren und Schreiben, wann immer es die Freizeit erlaubte.

Radtouren im Havelland

Das Havelland ist ein besonderer Landstrich. Von drei Seiten von der Havel umflossen, durchzogen von Seen, weiten Feuchtgebieten und Auen erlebt man das Land wie eine Collage aus Dörfern in einsamen Winkeln, verbunden durch Dämme, Straßen und Brücken.

In den Weiten dieser Landschaft zu radeln bedeutet vor allem einzutauchen in die großartige Natur. Das Buch zu schreiben hat mich noch tiefer mit dem Havelland verbunden, und bei der Tourgestaltung wollte ich vor allem das vermitteln, was das Havelland ausmacht. Und so finden sich im Buch viele Touren, die individuell recherchiert und geradelt wurden.

Lieblingsorte verbunden durch Lieblingsstrecken.

Lieblingsorte im Havelland

Als Vorgeschmack auf das Buch hier eine Auswahl der Orte, die ich im Havelland lieben gelernt habe:

Die Gülper Havel bei Parey
Die Gülper Havel bei Parey
Fotografiert mit: X100V 23.0mm f4; 1/240 sec; ISO 160
Gülpe, Parey und Spaatz sind die drei alten Dörfer, die in einem von Havel und Gülper See umflossenen Winkel liegen. Hier ist die Welt zu Ende - oder sie fängt genau hier an. Weite Landschaften, alte Kirchen, Ruhe, Weite und ein endloser Himmel.

Entspannte Pause bei Saaringen
Entspannte Pause bei Saaringen
Fotografiert mit: X100V 23.0mm f2; 1/3800 sec; ISO 160
Um nach Saaringen an der Havelzu kommen muss man schon bewusst abzweigen, denn eine Straße führt nur hin, aber nicht durch. Ein kleiner Platz mit Paddelbooten, eine schattige Wiese, und beim Blick auf die Havel den Träumen nachgehen. Mehr braucht es nicht fürs Glück.

Der Groß Behnitzer See
Der Groß Behnitzer See
Fotografiert mit: X100V 23.0mm f5.6; 1/220 sec; ISO 500
Das Landgut Stober in Groß Behnitz ist ein großartiges Lokal mit Terrasse und Blick auf den See. Sehr gut essen kann man hier, und bei einem Glas Wein langsam den Sommerabend begrüßen.

Das Vogelparadies Rietzer See
Das Vogelparadies Rietzer See
Fotografiert mit: X-E4 11.5mm (≙ 17mm Vollformat); f8; 1/1700 sec; ISO 320
Zwischen Havel und Lehnin liegt eine kleine Seenkette - außerhalb dieses Gebietes kaum bekannt. Der Rietzer See ist ein Vogelparadies, an ihn schließen sich Salzwiesen an.

Der alte Kornspeicher im Kloster Lehnin
Der alte Kornspeicher im Kloster Lehnin
Fotografiert mit: X100V 23.0mm f2.5; 1/2700 sec; ISO 200
Das Kloster Lehnin wurde bei der Christianisierung Brandenburgs gegründet und hatte über Jahrhunderte eine bedeutende Macht. Heute ist es ein schöner Ort für einen Besuch, der im nahegelegenen Kulturcafe am See fortgesetzt werden kann.

Ausblick aus dem Beobachtungsturm zwischen Ketzür und Lünow
Ausblick aus dem Beobachtungsturm zwischen Ketzür und Lünow
Fotografiert mit: X-E4 19.1mm (≙ 29mm Vollformat); f5; 1/1000 sec; ISO 250
Ketzür mit Bockwindmühle und Badestelle ist ein lohnenswerter Stopp. Nach Ketzür geht es auf dem Damm einer ehemaligen Kleinbahn weiter durch eine Landschaft voller Seen. Den schönsten Ausblick aus einen Beobachtungsturm bekommt man genau hier geschenkt.

die alte Kirche des schweizer Kolonistendorfs Nattwerder
die alte Kirche des schweizer Kolonistendorfs Nattwerder
Fotografiert mit: X100V 23.0mm f4; 1/200 sec; ISO 160
Nattwerder wurde von Schweizer Kolonisten gegründet, und die Handvoll Häuser mit der Kirche sind wie aus der Zeit gefallen. Ein langer Damm zwischen Kanälen und feuchten Wiesen führt dann zur Brücke auf die Insel Töplitz (“Töööööplitz” gesprochen).

Die wunderbare Heilandskirche im Schlosspark Sacrow
Die wunderbare Heilandskirche im Schlosspark Sacrow
Fotografiert mit: X-E4 10.0mm (≙ 15mm Vollformat); f10; 1/1600 sec; ISO 1250
Hierzu kann man nicht viel schreiben, man muss die Lage und das italienische Ambiente der Heilandskirche einfach erleben. Halb im Wasser, halb auf Land liegt sie da, und bietet einen Blick über die Havel zur Glienicker Brücke.

Blick auf den Dom in Havelberg
Blick auf den Dom in Havelberg
Fotografiert mit: X100V 23.0mm f8; 1/170 sec; ISO 160
Ein wuchtiger Dom auf einem Hang, eine von der Havel umflossene Altstadtinsel im Dornröschenschlaf. Erwarten tut man ein solches Städtchen nicht hier in den Weiten der Landschaft, wo die Havel in die Elbe mündet.

Badepause im Dörfchen Strodehne
Badepause im Dörfchen Strodehne
Fotografiert mit: X100V 23.0mm f8; 1/170 sec; ISO 160
Strodehne liegt am Gülper See und ist wie Gülpe zu einem Mekka der Sternegucker geworden. Ein toller Platz für einen Tourstart, und eine schöne Badestelle an der Havel.

Einsam und wunderbar: der Lochower See
Einsam und wunderbar: der Lochower See
Fotografiert mit: X-E4 15.9mm (≙ 24mm Vollformat); f10; 1/125 sec; ISO 200
Rund um den Hohennauener See zu radeln ist schön, aber wer die Extrakilometer über Witzke mitnimmt, kommt auch noch in Lochow am gleichnamigen See vorbei. Ein herrlicher Platz für Badefreuden in naturbelassener Umgebung.

Waldgarten im Rhinluch: das Arboreturm Lütgen Dreetz
Waldgarten im Rhinluch: das Arboreturm Lütgen Dreetz
Fotografiert mit: X-E4 10.0mm (≙ 15mm Vollformat); f5.6; 1/50 sec; ISO 250
Das Rhinluch in flach und weit, und hat lange Plattenwege. Der beste Platz für eine Erholung ist der Waldgarten Arboreturm Dreetz. Wer im Herbst herkommt, darf auch in den Obstgärten naschen.

Die Inselstadt Werder
Die Inselstadt Werder
Fotografiert mit: X-E4 35.0mm (≙ 53mm Vollformat); f5.6; 1/1600 sec; ISO 250
Einsam ist sie nicht, aber schön: Die Inselstadt Werder. Und so ist sie auch Start- und Ziel einer Tour entlang der Havel und über die Obstplantagen der Zauche geworden.

Lieblingsstrecken im Havelland

Jede Tour hat seinen eigenen Charme. Zusammen ergeben sie 550 Kilometer Havelland:

  • Der wunderbare einsame Winkel der Havelauen südlich des Gülper Sees, so einsam, dass er zum dunkelsten Ort Deutschlands gekürt wurde und bei Sterneguckern beliebt ist,
  • Das nur per Rad zu erkundende Gebiet zwischen Strodehne und Havelberg in den Auen des Stremel mit dem hübschen Dorf Vehlgast,
  • Die Beetzseerunde durchs tolle Ketzür, verlängert mit einem Abstecher nach Saaringen an der Havel,
  • Zwei abwechslungsreiche Rundkurse an und südlich der Havel zwischen Phöben und Brandenburg: der eine führt über die Höhen der Zauche auf dem Panoramaweg nach Werder, der andere entlang der Emster zum Rietzer See und weiter nach Lehnin,
  • Eine lange Waldtour auf dem historischen Postweg von Spandau nach Hamburg durch den tiefen Krämer Forst, mit Besuch von Mühlensee und Gartenrestaurant in den Geschwisterdörfern Vehlefanz und Schwante,
  • Durchs historische Rathenow und den Naturpark Westhavelland zu den Milower Bergen,
  • Das Bilderbuchdorf Ribbeck mit dem legendärem Birnbaum aus Fontanes Gedicht, und durch den Wald weiter zum Landgut Stober mit exzellenter Küche am romantischen Groß Behnitzer See,
  • Eine Tour durchs einsame Rhinluch zum Arboretum Dreetz und weiter zu Otto Lilienthals Schicksalsberg Gollenberg bei Stölln,
  • Eine kurze Tour durch den tollen Königswald, vorbei an der Römerschanze zur Heilandskirche Sacrow - meine Hausrunde!,
  • In Brandenburg an der Havel Waldmöpse suchen, und weiter um die sieben Seen, nach Kirchmöser und Plaue,
  • Durch das havelländische Luch mit den mittelalterlichen Dörfern Buckow und Garlitz - mit etwas Glück bekommt man die seltenen Großtrappen zu sehen - und dann weiter auf dem Havellandradweg nach Senzke, Kotzen und Nennhausen,
  • Und wer neben Natur noch Kultur erleben möchte: die schöne große Seenrunde von Potsdam zum Schwielow über Caputh, Ferch und Petzow.

Jetzt ist die Arbeit getan, die Korrekturen sind durchgearbeitet und das Buch geht in den Druck. Jetzt heißt es warten bis zum Erscheinungstermin am 10. März.

Und wenn mir die Zeit bis dahin zu lang wird, werde ich die durchradelten Gebiete zu Fuß erwandern. Denn als der Droste Verlag mich fragte, ob ich nicht nach dem Radtourenbuch auch noch einen Wanderführer schreiben möchte, wusste ich sofort, dass ich will…

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