1980
AAA 1980 – Autos, Avus, Attraktionen
Im Mai 1980 fand zum zweiten Mal die AAA statt, „Autos, Avus, Attraktionen", die Berliner Automesse auf dem Messegelände am Funkturm. Ich war sechzehn und mit der Kamera vor allem dort, wo es glänzte: bei den Rennwagen, den Museumsstücken und den Designstudien, die BMW, Mercedes, Porsche und Ford nach West-Berlin gebracht hatten. Die Neuwagen, um die es der Messe eigentlich ging, habe ich kaum fotografiert.
Canon AT-1 · Farbdiafilm
Die AAA war der Berliner Versuch, nach dem Verlust der Internationalen Automobil-Ausstellung an Frankfurt wieder eine eigene Autoschau zu etablieren. Die AMK Berlin, die spätere Messe Berlin, hatte sie 1978 ins Leben gerufen; die Ausgabe 1980 war die zweite. Anders als die IAA setzte die AAA auf Publikum statt auf Fachbesucher und auf Attraktionen rund um das Auto: Sonderschauen, Rennsport, Oldtimer. Das zweite A stand für die AVUS, die Automobil-Verkehrs- und Übungsstraße am Rand des Messegeländes: Zur AAA 1980 gehörte das Internationale ADAC-Avus-Rennen am 11. Mai mit dem zweiten Lauf der BMW-M1-Procar-Serie, bei dem Formel-1-Fahrer wie Alan Jones, Nelson Piquet und Carlos Reutemann in identischen M1 gegeneinander antraten. Ab 1982 verzichtete die Messe auf die Avus und wechselte in den Oktober; die letzte AAA fand im Jahr 2000 statt.
Was auf den Dias zu sehen ist, ist der Teil der Messe, der einen Siebzehnjährigen interessierte.
Klassiker. Der BMW 507 (1956–1959), der Roadster von Albrecht Graf Goertz, von dem nur 252 Exemplare gebaut wurden. Ein BMW 328 Roadster mit Startnummer 86, das erfolgreichste deutsche Sportwagenmodell der Vorkriegszeit. Daneben der BMW 328 Mille Miglia Roadster von 1940 mit Stromlinienkarosserie von Touring in Mailand – zwei dieser Wagen fuhren 1940 die Mille Miglia, die BMW mit dem Touring-Coupé gewann. Das Cockpit mit dem Holzlenkrad und dem genieteten Aluminium gehört zu diesem Wagen. Dazu der Kühlergrill eines Horch aus den dreißiger Jahren, im blauen Licht der Halle.
Mercedes-Benz. Der Formel-1-Rennwagen W 196 in der Monoposto-Version, mit dem Juan Manuel Fangio 1954 und 1955 Weltmeister wurde. An der gleichen Wand der Rekordwagen C 111 in der Stromlinienversion, mit der Mercedes 1978 in Nardò Dieselrekorde und 1979 mit V8-Motor den Rundstreckenrekord von 403 km/h aufstellte.
Studien. Der BMW Turbo von 1972, die Flügeltür-Studie von Paul Bracq zu den Olympischen Spielen in München, gebaut bei Michelotti in Turin, mit Mittelmotor und Radar-Abstandswarner. Nur zwei Exemplare entstanden; die Form floss später in den M1 ein. Und, etwas verloren vor einem Saab-Stand, der Ferrari 512 S Berlinetta Speciale von Pininfarina: der gelbe Keil von Filippo Sapino, 1969 auf dem Turiner Salon gezeigt, ein Einzelstück ohne fahrbereiten Motor.
Rennsport. Die BMW 3.0 CSL mit der Startnummer 25 und dem Schriftzug „Bavarian Motor Works” auf der Windschutzscheibe, wie sie BMW of North America 1975 und 1976 in der IMSA-Serie einsetzte – auf der Tür die Namen Quester und Stuck. Der BMW 320 Gruppe 5 mit der Nummer 12 von Marc Surer, dem Wagen des BMW Junior Teams aus der Deutschen Rennsport-Meisterschaft 1977, zwei Liter Hubraum, Vierventil-Formel-2-Motor, rund 730 Kilogramm. Ein zweiter 320 Gruppe 5 in Schwarz-Gold, von BMW Belgium in den Farben der Biermarke Carling Black Label eingesetzt. Der Porsche 935 in Martini-Lackierung mit der Nummer 2, der Werkswagen der Markenweltmeisterschaft 1977. Ein Ford GT40 mit der Nummer 24, dazu ein zweiter mit hochgeklappter Heckhaube und offen liegendem V8. Ein Lotus-Formel-1-Wagen in den schwarz-goldenen Farben von John Player Special. Und ein VW-Käfer als „Baja Bug” mit Startnummer 119, an dem sich die Jugendlichen die Nasen plattdrückten.
Berlin. Das letzte Bild zeigt den Tank eines BMW-Motorrads mit einer Unterschrift, die sich als „Walter Scheel” lesen lässt. Der frühere Bundespräsident hatte 1977 den ersten Spatenstich für die Erweiterung des BMW-Motorradwerks in Spandau gesetzt, in dem seit 1969 alle BMW-Motorräder gebaut werden.
Die Dias sind mit der Canon AT-1 entstanden, aus der Hand, im Kunstlicht der Messehallen, teilweise auch mit Blitz. Farbstiche und Unschärfen gehören dazu.