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Fuji X30

30.1.2026 · Kamera
Fuji X30 mit ausgefahrenem Objektiv

Die Fuji X30 ist im Jahr 2015 in unseren Haushalt eingezogen, als Kamera meiner Frau. Ich bin ein paar Jahre zuvor von der Canon 20D auf die Fuji X-E1 gewechselt und versuchte, mit meiner Begeisterung für Fuji auch meine Frau anzustecken. Ob das funktioniert hat, dazu unten mehr.

Technische Daten

  Fujifilm X-30
Modell Fujifilm X-30
Herkunftsland Japan
Video Ja
Produktionszeitraum 2014 – 2016
Neupreis 549 €
Gebrauchtpreis ca 500–800 €
Verschluss Zentralverschluss
Verschlusszeiten 30s – 1/4000s
Selbstauslöser Elektronisch
Blitz ja
Blitzsteuerung TTL
Belichtungssteuerung Zeitautomatik, Blendenautomatik, manuell
Belichtungskorrektur ± 3 Stufen
ISO 100–12800
Fokussiermethode Autofokus
Autofokuspunkte 49
Autofokusoptionen Singleshot, Continuous
Sucher EVF
Sucherauflösung 2,36 Mio
Monitor 3,0", klappbar
Monitorauflösung 0,92 Mio Bildpunkte
Objektiv 7,1–28,4mm f2–2,8
Brennweite umgerechnet Vollformat 28 – 112
Sensorgröße 8,8 x 6,6 mm
Crop-Faktor 3,93x
Sensorfläche (% Vollformat) 58,08 mm² (7% )
Megapixel 12
Auflösung 4000 x 3000
Stromversorgung Fuji NP-95
Gewicht 423g
Modell
Fujifilm X-30
Herkunftsland
Japan
Video
Ja
Produktionszeitraum
2014 – 2016
Neupreis
549 €
Gebrauchtpreis ca
500–800 €
Verschluss
Zentralverschluss
Verschlusszeiten
30s – 1/4000s
Selbstauslöser
Elektronisch
Blitz
ja
Blitzsteuerung
TTL
Belichtungssteuerung
Zeitautomatik, Blendenautomatik, manuell
Belichtungskorrektur
± 3 Stufen
ISO
100–12800
Fokussiermethode
Autofokus
Autofokuspunkte
49
Autofokusoptionen
Singleshot, Continuous
Sucher
EVF
Sucherauflösung
2,36 Mio
Monitor
3,0", klappbar
Monitorauflösung
0,92 Mio Bildpunkte
Objektiv
7,1–28,4mm f2–2,8
Brennweite umgerechnet Vollformat
28 – 112
Sensorgröße
8,8 x 6,6 mm
Crop-Faktor
3,93x
Sensorfläche (% Vollformat)
58,08 mm² (7% )
Megapixel
12
Auflösung
4000 x 3000
Stromversorgung
Fuji NP-95
Gewicht
423g

Kameraporträt

Mit der Fuji X30 hat Fuji im Jahr 2014 eine Kamera geschaffen, die – wie andere Modelle der X-Reihe – Gestaltung und Bedienphilosophie klassischer Analogkameras aufgreift. Gleichzeitig richtet sich die X30 stärker an Fotografen, die gern im Automatik- oder Halbautomatik-Modus arbeiten: Ein eigenes Zeitenrad fehlt ebenso wie ein klassischer Blendenring. Stattdessen gibt es ein frei belegbares Multifunktionsrad, das je nach Modus Blende oder Zeit steuert.

Die Kamera ist hübsch anzusehen und besitzt ungefähr die Proportionen und das Gewicht der X-E-Serie. Der Sensor ist im Vergleich dazu klein – ein 2/3-Zoll-Sensor. Gemessen an dieser Sensorgröße wirkt das Gehäuse fast großzügig, doch genau das zahlt sich in der Praxis aus: Die X30 liegt sehr gut in der Hand und bietet einen großen, hellen Sucher. Beides ginge verloren, würde man versuchen, den Sensor in ein ultrakompaktes Gehäuse zu zwängen.

Typisch für die X-Serie ist ein eigenes Einstellrad für die Belichtungskorrektur, das ±3 Blendenstufen erlaubt und schnell erreichbar ist.

Ein echtes Highlight ist der mechanische Zoomring. Statt elektronischer Wippen lässt sich die Brennweite präzise und direkt einstellen. Der Zoomring fungiert zugleich als Einschalter: Dreht man das Objektiv aus der Ruheposition heraus, ist die Kamera sofort betriebsbereit.

Oberseite der Fuji X30

Das Steuerrad

Ein zweiter Ring am Objektiv – das sogenannte Steuerrad – lässt sich mit verschiedenen Funktionen belegen, etwa:

  • ISO-Einstellung
  • Filmsimulation
  • Weissabgleich

Bei manueller Fokussierung dient das Steuerrad zur Schärfeeinstellung. In Zeit- oder Blendenautomatik sowie im manuellen Modus übernimmt es – je nach Einstellung – die Steuerung von Blende oder Zeit. Umgeschaltet wird über einen kleinen Knopf neben dem Objektiv. Ein weiteres Einstellrad lässt sich mit dem Daumen bedienen und sitzt auf der Rückseite rechts oben, wie bei den anderen Modellen der X-Serien von Fuji.

Diese Art der Bedienung ist sehr gelungen und trägt maßgeblich zum Nutzungserlebnis bei. Die automatische Belichtungssteuerung arbeitet zuverlässig, und der Weißabgleich sitzt – typisch Fuji – in den meisten Situationen sehr präzise. Legt man das Steuerrad auf die Filmsimulationen, lässt sich der Bildlook schnell und intuitiv an das Motiv anpassen. Im hellen und scharfen elektronischen Sucher mit 2,6 Millionen Bildpunkten ist die Wirkung der Simulationen sehr gut beurteilbar.

Lediglich wenn man zu viele manuelle Funktionen gleichzeitig nutz - manuelle Belichtungseimstellung von Blende und Zeit sowie manuelles Fokussieren - wird es problematisch, denn dann wäre ein drittes Einstellrad hilfreich.

Fuji X30 mit ausgefahrenem Objektiv und Blitz

Monitor und Rückseite

Auf der Rückseite befindet sich ein klappbarer 3-Zoll-Monitor, der leicht aus dem Gehäuse herausragt. Er ist hell und gut ablesbar, verzichtet aber auf Touch-Funktionalität – was ich persönlich begrüße, da meine Nase bei Touchscreens gern ungewollte Eingaben auslöst.

Im Gegensatz zur aufgeräumten Vorder- und Oberseite wirkt die Rückseite mit den etwas hervorstehenden Bedienelementen kantiger und weniger elegant als bei neueren Modellen mit planer Rückseite. In der Hand liegt die Kamera dennoch sehr gut: Ein dezenter Griffwulst auf der Vorderseite, eine Daumenauflage hinten und die griffige Oberfläche sorgen für sicheren Halt.

Rückseite der Fuji X30

Sensor

Der 2/3-Zoll-Sensor misst 8,8 × 6,6 mm und verfügt damit über rund 15 Prozent der Fläche eines APS-C-Sensors, wie er in der X-E- oder X100-Serie verbaut ist. Trotz der geringen Sensorgröße bleibt das Gehäuse vergleichsweise groß – was sich positiv auf Ergonomie und Suchergröße auswirkt.

Zum Einsatz kommt ein X-Trans-CMOS-II-Sensor mit 12 Megapixeln. Die Auflösung beträgt 4000 × 3000 Pixel.

JPG-Dateien fallen mit etwa 5–7 MB sehr kompakt aus, RAW beanspruchen 18–20 MB. Das ein deutlicher Kontrast zu heutigen hochauflösenden Kameras, deren RAW-Dateien schnell 70 bis 80 MB erreichen. Der Vorteil: geringe Speicheranforderungen und schnelle Verarbeitung.

Autofokus

Der Autofokus der X30 ist für ihre Zeit ordentlich. Im Single-Shot-Modus arbeitet er schnell und treffsicher: Auslöser antippen, Fokus sitzt und bleibt stabil. Bei kontinuierlichem Autofokus und bei schlechtem Licht nimmt die Geschwindigkeit spürbar ab. Es gibt einen Gesichtserkennungs-Autofokus, den wir an der Kamera deaktiviert hatten - ich fand ihn nicht brauchbar.

Bildqualität, Schärfe und Bokeh

Die Bildqualität wird wesentlich über das scharf zeichnende Objektiv und den Sensor bestimmt. Als die X30 2014 erschien, galt Vollformat für viele als Maß der Dinge, und Kameras mit APS-Sensoren wurden nicht ernst genommen. Unter diesen Vorzeichen war die X30 mit ihrem kleinen Sensor klar ein Nischenprodukt – insbesondere, was die Möglichkeit der Freistellung betrifft.

Das lichtstarke Zoomobjektiv mit 7,1–28,4 mm (entspricht 28–112 mm) lässt sich zwar mit f/2.0 nutzen, doch durch den Crop-Faktor von knapp 4 entspricht die Freistellung etwa einer Blende 8 an Kleinbild. Klassisches Bokeh ist also nicht ihre Stärke.

Abseits davon überzeugt das Objektiv mit den typischen Fuji-Farben, die oft kaum Nachbearbeitung benötigen. Gerade bei Tageslicht liefert die Kamera ansprechende, ausgewogene Bilder.

Das Objektiv zeichnet dabei ausreichend scharf. Ab Blende 8 lässt die Schärfe allerdings spürbar nach.

Die gezielte Hintergrundunschärfe, die bei Offenblende im Telebereich auftreten kann, ist unruhig. Es gibt einen Spezialfilter Adv. - Pro Focus, mit dem man die Hintergrundunschärfe weichzeichnen kann (per Postprozessing in der Kamera). Ein nettes Gimmick, allerdings kann es sein das es Kantenunschärfe erzeugt, wenn etwa das Objekt klare Konturen hat und exponiert im Vordergrund alleine steht.

4:3 Look

Ein nicht unwesentlicher Unterschied zu den anderen X-Kameras ist die Verwendung eines 4:3 Sensors. Vollformat und APS-Sensoren (wie die X-100, X-E, X-T, XH-Serien von Fuji) nutzen einen 3:2 Sensor.

Das Bildformat des 4:3 wirkt ruhiger, klassischer, während das 3:2 gestrecker, dynamischer ist.

Für die Gestaltung macht das einen Unterschied. Ich finde es einfacher, Landschaftsaufnahmen mit 3:2 zu machen als mit 4:3, aber mir gefällt der statische und klasssisch-zentrierte Impuls, der von den Formaten ausgeht, die näher am Quadrat sind.

Wenn man Fotos mit anderen Fujis mixt und ein einheitliches Bildformat anstrebt, muss man entweder später zuschneiden, oder man kann in der Fuji X-30 gleich als Zielformat 3:2 einstellen.

ISO und Kontrastumfang

Der ISO-Bereich reicht nominell bis 12 800, praktisch fühlt sich die X30 aber bei niedrigen ISO-Werten und hellem Licht am wohlsten. In der Dämmerung oder bei starkem Gegenlicht stößt der kleine Sensor schnell an seine Grenzen. Der Dynamikumfang lässt sich in der Nachbearbeitung nur begrenzt ausreizen, weshalb sich die Nutzung des JPEG-Formats anbietet. Mir einer aktuellen Lightroom Version lassen sich aber auch die RAW Dateien in der Nachbearbeitung an die Looks anpassen, dazu weiter unten mehr. Ich habe an der Kamera den Auto-ISO bis 800 verwendet und damit gute Ergebnise bekommen.

Filmlooks

Fuji ist bekannt für seine Filmsimulationen, und auch die X30 bietet eine solide Auswahl:

  • Provia (Standard)
  • Velvia (lebendig)
  • Astia (weich, geringere Sättigung)
  • Classic Chrome (zurückhaltende Farben, kräftigere Schatten)
  • Pro Neg. High (kräftigere Hauttöne, höhere Sättigung)
  • Pro Neg. Std (neutralere Hauttöne)

Außerdem stehen Schwarzweiß-Varianten zur Verfügung:

  • Schwarzweiß
  • Schwarzweiß + Gelbfilter
  • Schwarzweiß + Rotfilter
  • Schwarzweiß + Grünfilter
  • Sepia

Diese Auswahl folgt der frühen Fuji-Philosophie, klassische analoge Filme möglichst authentisch digital zu interpretieren. Spätere Modelle ergänzten das Angebot um populäre Looks wie ACROS, ETERNA oder ETERNA Bleach Bypass, die der X30 fehlen. Das empfinde ich nicht als Nachteil – im Gegenteil: Die überschaubare Auswahl verhindert Beliebigkeit und lädt zum bewussten Arbeiten mit dem vorhandenen Material ein.

Beispielfotos RAW & JPG

Annbei ein paar Fotos aus den Jahren der Nutzung - JPG und RAW gemischt. Nachbearbeitung nur minimale Helligkeitsanpassung.

Die Fuji X30 im Jahr 2026

Es macht einen Unterschied, eine Kamera zur Zeit ihrer Entwicklung zu nutzen und zu bewerten, oder 12 Jahre später. Die X30 liegt in einigen Bereichen natürlich deutlich hinter den Möglichkeiten aktueller Kompatktkameras - speziell Autofocus und Dynamikumfang sind hier zu nennen. Aber es gibt einen Trend, der einen Teil dieser vermeintlichen Nachteile wieder aufhebt: die Leistungsfähigkeit im Postprozessing hat sich in den 12 Jahren dramatisch verbessert, dank stärkerer Rechenpower und leistungsfähigeren Algorithmen im Lightroom.

Ich bin ein einem frostigen Wintermorgen mit der X30 unterwegs, habe in Raw fotografiert und in Lightroom nachbearbeitet: Kontraste angepasst und ein LR-Preset draufgelegt. Verwendet habe ich dabei einen LR-eigennen Preset (Winter - “WN10”).

Ich bin froh, die knapp 400 Gramm um den Hals hängen gehabt zu haben, und nicht die Fuji X-T5 mit dem 16-55 f2,8, das zusammen 1,2 Kilo wiegt. Und ich bin doch einigermaßen überrascht gewesen, dass ich in der Normalansicht auf dem Monitor (27 Zoll) ansprechende Ergebnisse sehe.

Die Fuji X30 heute – Fazit

Die Fuji X30 lässt sich auch heute noch angenehm und mit Freude bedienen. Autofokus, heller Sucher und die Bildqualität sind für ihre Einsatzzwecke – Alltags-, Reise- und Streetfotografie sowie klassisches Point-and-Shoot – sehr gut geeignet. Der Automatikmodus ermöglicht einen unkomplizierten Einstieg, empfiehlt sich aber vor allem für Fotografen, die bereit sind, sich zumindest ein wenig mit der Kamera zu beschäftigen.

Genau hier liegt jedoch auch ihre Grenze. Für meine Frau war die X30 auf Dauer nicht die richtige Kamera. Die Vielzahl an Einstellmöglichkeiten, Rädern und Belegungen, die ich als Stärke empfinde, war für sie im Alltag eher hinderlich als hilfreich. Zwar funktioniert die Automatik zuverlässig, doch die Kamera lädt dazu ein, sich mit Technik zu befassen – und das wollte sie nicht.

Hinzu kommt der Umgang mit den Bildern. Die Übertragung der Fotos erfordert eine Sitzung am Computer, das Auslesen der Speicherkarte und gegebenenfalls Nachbearbeitung. Im Vergleich zur unmittelbaren Verfügbarkeit und Teilbarkeit von Smartphone-Fotos wirkte dieser Umweg zunehmend unattraktiv. Als Smartphones echte Konkurrenz für Kompaktkameras wurden, blieb die X30 daher immer öfter in der Tasche.

Die Fuji X30 ist damit keine Kamera für alle. Sie richtet sich an Fotografen, die bewusst fotografieren wollen, Freude an klassischer Bedienung haben und die Fuji-Filmlooks zu schätzen wissen.

Zu berücksichtigen ist zudem, dass die X30 nicht wettergeschützt ist. Besonders wohl fühlt sie sich in der speziell für sie konzipierten Bereitschaftstasche mit Magnetverschluss, die sich im Alltag als äußerst praktisch erweist.

Fuji X30 und Fuji X100

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