Radtour von Lutherstadt Wittenberg nach Berlin
Am Abend waren wir noch bei Freunden in Kladow eingeladen (war sehr schön!), nach einer kurzen Nacht sitze ich um 6:43 im Zug. Es geht zunächst zum Hauptbahnhof und von dort mit einem (noch leeren) ICE nach Lutherstadt Wittenberg.
Durch Wittenberg bin ich 2015 schon geradelt, als ich mit Freunden von Wittenberge (mit ‘e’) in der Prignitz über Lutherstadt Wittenberg nach Dresden gefahren bin - Elberadweg: Wittenberge - Dresden.
Geplant sind knapp 120km durch den Fläming; zunächst wollte ich mit dem Rennrad fahren, entscheide mich aber für mein Rennstahl. Da bin ich mit den breiten Reifen besser auf schlechte Fahrbeläge vorbereitet, und außerdem muss das Rad ja noch eingefahren werden…
Ich entscheide mich von Süd nach Nord zu fahren, also das eigentliche Ziel (Wittenberg) als Startpunkt zu nehmen. Mir ist das so lieber, da ich die Bahnfahrt beim Start der Tour besser planen kann als wenn ich zu einer bestimmten Zeit am Zielort sein muss, um die Rückfahrt zu erreichen. Außerdem starte ich lieber frisch in der Gegend, die neu für mich ist.
Während der Fahrt ist mir noch ein weiterer Pluspunkt eingefallen: wenn man von Süd nach Nord fährt, hat man die Sonne im Rücken!
Um kurz nach 8:00 Uhr erreicht mein Zug ich die Wittenberg, und ich radel zunächst ein wenig kreuz und quer durch die Stadt.
Lutherstadt Wittenberg
Sonntags um diese Zeit schläft die Stadt noch, außer einem anderen Radfahrer begegene ich niemanden. Ich besuche noch kurz die Schlosskirche, an die Luther seine Thesen nagelte, dann geht es zum Fläming.



Burg Rabenstein
Kaum hab ich die A9 gekreuzt, komme ich schon zur Burg Rabenstein. Das Burgtor ist geöffnet, und ich schlüpfe hindurch - regulär macht die Burg erst um 11:00 auf. Eine kurze Pause, ein Brot wird verdrückt (erstes Frühstück heute), dann sause ich den Hügel wieder hinab, durch den schönen Wald.




Belzig
20 Kilometer später rolle ich in Bad Belzig ein, und stoppe kurz an der Burg Eisenhardt. Hier steht das Burgtor regulär offen, und ich spaziere über den Burgplatz. Der Turm kann bestiegen werden, aber die Beine sind schon lahm, also kneife ich.


Zeit für einen Cappucino und Kuchen! Ich frage die Eingeborenen und werde zur Dahlewitzer Landbäckerei gelotst. Kuchen und Kaffee sind prima, und ich stecke noch etwas Proviant ein.


Gertraudenspital
Noch in Bad Belzig fahre ich an einer Kapelle vorbei, die den Eingang zu einem ausgedehnten Friedhof markiert. Die Kapelle steht auf dem ehemaligen Gelände eines Spitals, das um 1575 zu einem Friedhof umgewidmet wurde.



Springbachmühle
Kurz hinter Bad Belzig führt mich der Weg an einem idyliisch gelegenen Ausflugslokal vorbei - der Springbachmühle. Hätte ich nicht eben Kuchen verdrückt, wäre das hier ein schöner Platz für eine Pause gewesen.


Vom Fläming nach Potsdam
Der Weg führt mich zunächst durch das Gebiet der Belziger Landschaftswiesen, überraschen tun mich die Bäche mit ihrem klaren Wasser. Die Flüsse und Gewässer der Havel sind ja häufig stehende Bracken, hier dagegen plätschert klares Wasser in Bächen. Übrigens gibt es in Brück auch ein Naturbad!




Nach rund 80km Fahrstrecke bin ich ziemlich platt und nutze einen Unterstand für eine Pause. Die Bänke sind sehr schmal, also lege ich mich kurzerhand auf den Tisch. Nebenan auf dem Radweg schnurren die Fahrradketten der Radler, ich mach die Augen zu und döse für 45 Minuten. Die Erholung tut gut, der Proviant aus Belzig wird verdrückt, und es geht weiter auf die letzte Etappe.


Neues Palais Potsdam
Potsdam ist ja fast schon zu Hause (sind nur 20 Kilometer bis nach Spandau). Ich radel zwischen den imposanten Gebäuden des Neuen Palais vom Schloß Sanssouci hindurch, und schnurre nach Hause.


Geschafft!

Das nächste Mal besser machen
Was würde ich das nächste Mal anders machen?
- Noch früher los - ab 11:00 war es schon ziemlich warm.
- Die 120 Kilometer und knapp 700 Höhenmeter sind mit einem Rennrad leicher zu bewältigen
- Pause an der Springbachmühle machen
- Pause im Naturbad Brück machen
- Eventuell die Strecke noch etwas verlängern und das Kloster Lehnin mitnehmen.
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