Vier Tage Wandern in der Uckermark

Vier Tage Wandern in der Uckermark

In den Sommerferien sind meine Frau und ich für vier Tage in die Uckermark gefahren - ohne Kinder.

Alte Gärtnerei im Vorwerk Annenwalde

Untergekommen sind wir in der “Alten Gärtnerei” im Vorwerk Annenwalde. “Vorwerk” bezeichnet hier einfach ein vorgelagertes Gut. Annenwalde (und das Vorwerk) liegen in der Uckermark zwischen Templin und Lychen im Naturschutzgebiet “Kleine Schorfheide”.

Unsere Unterkunft ist ein kleines Idyll aus liebevoll restaurierten Gebäuden mit Schafen, Kühen, Gänsen, Ziegen, Schweinen …. Unser Zimmer ist groß, hat aber keine Küche; macht nichts, nebenan im “Kulturraum” gibt es Kühlschrank und Herd. Ein bisschen WG Feeling …

Joachim - der Eigentümer - werkelt seit 15 Jahren an seinem Paradies. Hinten auf der Wiese steht ein kleiner Campingbus, mit dem will er dann mal Urlaub machen; aber vorher muss noch eine Küche fertig werden, denn in der großen Scheune findet in 10 Tagen eine Hochzeit mit 150 Personen statt.. Wir drücken die Daumen, dass es mit seinem Urlaub mal klappt.

Stille

Das Gut liegt abseits der Straßen. In der Stille hallen nur die Geräusche des Waldes; ein Hahn kräht; am Horizont trompeten die Kraniche.

Abends dann gibts noch andere Geräusche - Mücken.

Egon Krenz

Egon ist der Hofhund; zwei Jahre alt, stürmisch und absolut freundlich. Morgens sitzt er vor unserer Tür und fragt jaulend, wann denn endlich unsere Milli rauskommt.

Restaurant “Kleine Schorfheide” in Annenwalde

Einen kleinen Spaziergang entfernt liegt dann das Örtchen Annenwalde; wir machen einen schönen Spaziergang dorthin; vorbei am Kleinen Beutelsee und am Densowsee. Dort - am Densowsee - gibt es einen kleinen Aussichtsturm.

Wir queren den Morast über einen Holzsteg, der schon etwas angefault erscheint. Unser Ziel ist das Restaurant “Kleine Schorfheide”. Hat nur am Samstag und Sonntag geöffnet und hat sehr leckere Gerichte. Spezialität sind Flammkuchen.

Zurück geht es dann durch eine kleine Kastanienalle zur alten Gärtnerei; links und rechts leuchtet das Korn in der Abendsonne.

Grüne Kirche Alt Placht

Direkt von der Gärtnerei ausgehend laufen wir nach Norden. Wir queren dabei die Draisinenstrecke und gelangen zu der Bilderbuchkirche “Grüne Kirche” bei Alt Placht, die vom Förderverein wieder hergestellt wurde.

Unser Weg führt dann zu Neu Placht; dort gibt es den Imbiss “Draisinen Oase”. Viele Sitzplätze und lange Wartezeiten. Einfache Küche, aber OK. Milli bekommt Wasser aus einem kleinen Teich, und nach laaaanger Wartezeit kommt dann auch das Essen.

Zurück folge ich Markierungen auf der Komoot Karte; Wege sind das nicht mehr, aber wir kommen an.

Boitzenburg

Nach Boitzenburg fahren wir mit dem Auto - etwa 35 Minuten. Es gibt zwei Wanderwege, die wir machen wollen; der erste führt zum Krienkowsee.

Hier ist es noch hügeliger als in Annenwalde; der Weg geht auf und ab; führt über kleine Brücken, überquert eine Badestelle und öffnet dann plötzlich den Blick für den Namensgeber - die Boitzenburg.

Hungrig sind wir mittlerweile, und etwas lauffaul. Wir verzichten auf den zweiten Teil des Weges und suchen ein Lokal.

Der Gasthof zum Grünen Baum hat leider nicht auf; die Seeterassen an der Boitzenburg auch nicht. Also gehen wir in den Marstall. Sehr gute Kuchen! Wir schnappen uns noch ein paar Extrastücke für den Nachmittag. Und noch ein paar für morgen.

Oben auf dem Hügen des Ortens thront die Kirche “St. Marien auf dem Berge”, nebenan das hübsche Pfarrhaus. Wir machen noch ein paar Fotos, und dann gehts zurück.

Beutel und die Beutelseen

Der letzte Tag, die Abfahrt naht. Bevor wir ins Auto steigen, laufen wir noch einmal zu den Beutelseen. Am Großen Beutelsee finden wir eine schöne Badestelle; zum Baden ists zu kalt, zum Sonnenbaden auf dem Steg nicht.

Zurück in der Unterkunft werden die letzen Kuchenstücke aus Boitzenburg verdrückt (lecker!), dann gehts wieder heim.