Zweitages-Radtour in die Uckermark

Zweitagestour mit dem Rad in die Uckermark zum Zeltplatz Röddelin

Zum Abschluss des Sommerurlaubes bin ich kurzerhand mit Rad und Zelt dahin gefahren, wo ich kurz zuvor mit meiner Frau 4 Tage verbrachte - in die kleine Schorfheide.

Ziel der Tour ist der Zeltplatz Röddelin, wo mir telefonisch bestätigt wurde, dass man für einen Radler mit Zelt immer noch ein Plätzchen findet.

Hinfahrt

Die Route habe ich mir so gelegt, dass sie ab Oranienburg mit Zehdenick entlang des Kopenhagen Radwegs verläuft. Ab Zehdenkick dann quer bis Röddelin kurz vor Templin.

Das Teilstück zwischen Henningsdorf und Oranienburg war ziemlicher Käse; ich hab bei der Planung versäumt mich durchgängig am Berlin-Kopenhagen Weg zu orientieren.

Ab Oranienburg dann aber bis Zehdenick vertraut und wunderbar durch das NSG Schnelle Havel geradelt.

Leider habe ich Gegenwind, der mir das Leben ziemlich schwer macht. In Zehdenick hab ich im kleinen Kaffee “Kaffeeklatsch” frischen Käsekuchen und Cappucino vertilgt. Kurz danach gesellen sich weitere Reiseradler dazu und man tauscht sich aus.

Röddelin

In Röddelin begrüßen mich kyrillische Straßenschilder. Wie ich hier (http://www.brandenburg-explorer.de/von-templin-in-die-garnison-vogelsang/) nachlese, war das heutige NSG “Kleine Schorfheide” zu DDR Zeiten ein sowjetischer Militärübungsplatz.

Der Zeltplatz ist klein und überschaubar und liegt diekt am See. Ich finde ein schattiges Plätzchen oberhalb im Wald und schlage mein Zelt auf. Da ich jüngst meine Fuji 6x9 Mittelformatkamera verkauft habe, konnte ich mir ein tolles Hilleberg Einpersonenzelt leisten, das nun zum Einsatz kommt.

Templin

Nach dem Zeltaufbau gehts wieder aufs Rad. Zunächst zum Vorwerk Annenwalde - wo ich vor ein paar Tagen mit meiner Frau war - danach nach Templin. Im Rewe Brötchen, Aufschnitt und Saft und Wasser gekauft (Das Wasser auf dem Campingplatz kommt milchig aus der leitung …), danach radel ich ddruch Templin.

Man kann entlang der Mauer die Stadt erkunden; ich mache ein paar Fotos, dann meldet sich der Hunger und ich radel zum Zeltplatz zurück.

Kurz vor Sonnenuntergang noch ein Bad im See. Wie herrlich entspannt es hier auf dem Zepltplatz ist!

Meine direkten Nachbarn sind Familien mit kleinen Kindern. Ob mich der Kinderlärm störe? I wo!

Ich spüre die Anstrengung der Radtour und komme kaum zur Ruhe. Und das war erst der kleinere Teil des Weges, morgen stehen 115 km mit Gepäck auf dem Plan.

Rückfahrt nach Joachimstal

Die Nacht war kurz, um 5:30 stehe ich auf, um 6:30 sitze ich wieder auf dem Rad. Die Luft ist sehr frisch; heute sollen es aber 28 Grad werden.

Hinter Templin passiere ich den Lübbesee mit dem Strandbad; das könnte auch am Mittelmeer so aussehen.

Das Teilstück zwischen Templin und Joachimstal ist wunderbar. Kilometerlange Wege durch den morgendlich kalten Wald; entlang von saftigen Wiesen. Ich bin glücklich.

Kleine Bäckerpause in Friedrichswalde, dem “Holzschuhmacherdorf”. Wo sind sie denn, die Holzschuhmacher?

Bei Joachimstal gelange ich nun auf den Berlin Usedom Radweg. Hier bin ich auch schon ein paar Mal langeradelt, einfach traumhaft.

Ein großer Stein mit Aufschrift “Toter Mann” liegt am Rand; Später lese ich (https://www.amt-joachimsthal.de/texte/seite.php?id=37482) hier nach, was es damit auf sich hat. Und entdecke auf dem Foto neben dem Stein ein paar Äste Reisig - aha, die Tradition lebt also weiter.

Schließlich gelange ich zum Werbellinsee. Auf dem Rastplatz über dem See mache ich ein paar Fotos und schicke sie meinen Geschwistern. “Bist Du jetzt am Gardasee ?!?” - Nee, grad mal 50 km vor Berlin …

Hinter dem Werbellinsee ist das letzte Stück bis Wandlitz ätzend. Wie auch beim Hinweg habe ich beim Rückweg mich nicht an den Fernradwegen orientiert; wäre ich mal auf dem Berlin - Usedom Weg geblieben Kilometerlang geht es auf oder entlang von Bundesstraßen, bis ich endlich nach Wandlitz komme.

Bäckerpause; zwei Stück Kuchen, Cappucino und Cola. Wandlitz ist komplett überfüllt, und die B109 ist ein kilometerlanger Stau von erholungssüchtigen Berlinern. Nein, da möchte ich jetzt nicht tauschen. Schließlich biege ich von der B109 ab und radel durch einen sandigen Wald nach Summt.

Nun noch zum Tegeler See. Eigentlich wollte ich entlang des Sees bis Spandau fahren - aber auch das verkneife ich mir - Alle Welt ist mit Luftmatratzen bewaffnet auf dem Weg zum See.